Politik : Iran: Journalisten-Paar flieht aus Islamischer Republik

Der Bürochef der britischen Nachrichtenagentur Reuters in Teheran, Jonathan Lions, ist informierten Quellen zufolge mit seiner Frau vor einer möglichen Bestrafung aus Iran geflüchtet. Lions soll den im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis inhaftierten Journalisten Akbar Ganji falsch zitiert haben. Lions und seine für den "Guardian" arbeitende Frau Geneive Abdo hatten den Quellen zufolge im vergangenen Monat mit dem Dissidenten Ganji ein schriftliches Interview gemacht. Ganji war im Januar zu zehn Jahren Haft verurteilt worden, weil er angeblich auf der Berliner Konferenz der Heinrich-Böll-Stiftung im vergangenen April die Islamische Republik Iran "entehrt" hat.

Das Ehepaar Lions habe die schriftlichen Fragen in das Gefängnis gesandt und die Antworten in schriftlicher Form zurückerhalten, hieß es weiter. Doch Ganjis Bruder beschuldigte beide Korrespondenten, seinen inhaftierten Bruder falsch zitiert zu haben. Er drohte mit einer Klage. Die Presseabteilung des Kulturministeriums und auch das Außenministerium in Teheran bestritten jedoch am Sonntag, dass beide Korrespondenten ausgewiesen worden seien. Die amtliche iranische Agentur IRNA meldete dazu unter Berufung auf das Ministerium, Iran werde lediglich eine Rückkehr von Jonathan Lyons nicht mehr genehmigen. Die Einreiseerlaubnis sei Lions entzogen worden.

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