Iran : Menschenrechtler prangern Zunahme von Hinrichtungen an

Im Iran hat die Zahl der Hinrichtungen drastisch zugenommen. Human Rights Watch glaubt, dass damit vor allem Oppositionelle eingeschüchtert werden sollen.

BerlinMit vermehrten Hinrichtungen will die iranische Führung Regimekritiker einschüchtern. Das ist die Einschätzung der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW). "Die Regierung versucht natürlich mit allen Mitteln, die Bevölkerung abzuschrecken", sagte Marianne Heuwagen, Direktorin des deutschen Büros von Human Rights Watch, bei N24. Dazu gehörten auch öffentliche Exekutionen.
 
Allein im vergangenen Jahr wurden nach Angaben von HWR 177 Menschen im Iran hingerichtet, das entspreche einer Zunahme um 70 Prozent. Weltweit ist es die höchste Rate pro Kopf der Bevölkerung. In absoluten Zahlen werden allerdings in China die meisten Menschen hingerichtet, es sind jährlich zwischen 7000 und 10.000.

Besonders schlimm findet Human Rights Watch, dass im Iran immer wieder Jugendliche hingerichtet würden. Zudem sei der Iran eines der beiden letzten Länder, in dem Menschen auch zu Tode gesteinigt würden. Lediglich in Afghanistan werde diese Hinrichtungsart noch praktiziert. In diesem Jahr wurde bereits eine Person im Iran gesteinigt. Viele Prozesse, die zu Hinrichtungen führten, sind laut Heuwagen nicht öffentlich. Oft bekämen die Verteidiger der Angeklagten die Akten erst einen Tag vor Prozessbeginn, und dann würden sie im Schnellverfahren abgeurteilt. (mit dpa)

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