Iran-Politik : Russland betrachtet US-Kurs mit Skepsis

Russland hat mit Sorge auf jüngste Berichte über einen möglichen US-Militärschlag gegen Iran reagiert. In London kommen heute Mitglieder des UN-Sicherheitsrats zu Beratungen über die Situation in Iran zusammen.

Moskau - "Es ist beunruhigend, dass sich die Prognosen und Vermutungen häufen, Iran könnte angegriffen werden", sagte Außenminister Sergej Lawrow am einem Gespräch mit Präsident Wladimir Putin. Lawrow führte dabei jüngste Äußerungen von US-Vizepräsident Dick Cheney an, der bei einem Besuch in Australien einen Militärschlag gegen Iran als mögliche Option genannt hatte.

Russland widersetzt sich im Weltsicherheitsrat bislang den Forderungen der USA nach harten Sanktionen gegen die Führung in Teheran. Moskau will die Iraner durch Verhandlungen vom Bau eigener Atomwaffen abhalten.

Beratungen des UN-Sicherheitsrats in London

Russische Militärexperten zeigten sich in Moskau gleichwohl beunruhigt über den ersten Start einer iranischen Weltraumrakete. "Das ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Bau von Angriffsraketen mit einer Reichweite von 3000 bis 5000 Kilometern", sagte der russische Generalleutnant Leonid Saschin der Agentur Itar-Tass in Moskau. Eine solche Rakete könne nicht nur Russland und Israel, sondern auch Länder in Europa treffen. Die iranische Nachrichtenagentur ISNA hatte am Sonntag berichtet, der Iran habe erstmals eine eigene Rakete auf einen suborbitalen Flug geschickt.

In London beraten Vertreter Russlands, der USA, Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und Chinas über das Vorgehen gegen Iran. Das Land hatte vergangene Woche eine 60-tägige Frist zum Stopp seiner Urananreicherung verstreichen lassen. Vor zwei Monaten erst hatte sich der UN-Sicherheitsrat wegen der umstrittenen Urananreicherung auf Sanktionen geeinigt. Teheran ignorierte nicht nur die Forderungen der UN-Resolution 1737 vom 23. Dezember nach einem Stopp der Anreicherung, sondern weitete laut einem Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) seine entsprechenden Kapazitäten sogar aus. (tso/dpa/AFP)

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