Iran : Porträt: Mahmud Ahmadinedschad

Teheran (25.06.2005, 16:36 Uhr) - Der ultrakonservative Bürgermeister von Teheran, Mahmud Ahmadinedschad zählt zu den führenden Vertretern der harten Linie der Islamischen Republik Iran. Der 48-Jährige gilt als ein Politiker, der die Ziele der islamischen Revolution verficht und dem Status quo treu geblieben ist. Ahmadinedschad, der 2003 in das Amt des Bürgermeisters berufen wurde, hat bisher keine außenpolitische Erfahrung. Beobachter in Teheran werteten schon seinen Erfolg in der ersten Runde der Wahlen als große Überraschung.

Der am 28. Oktober 1956 im zentraliranischen Garmsar geborene Ahmadinedschad absolvierte in der Hauptstadt Teheran eine Ausbildung zum Bauingenieur. Während der Schah-Herrschaft schloss er sich der islamischen Opposition an. Nach der islamischen Revolution wurde er zur Zeit des Iran-Irak-Krieges (1980-1988) Mitglied der Revolutionsgarden und danach Gouverneur der Provinz Ardebil.

Nach Ansicht von Beobachtern hat ihm seine direkte Art, sich mit den wirtschaftlichen Problemen der kleinen Leute auseinander zusetzten, viele Wählerstimmen bei Arbeitern und Arbeitslosen eingebracht. Die westlich orientierte Gesellschaft in den iranischen Großstädten jedoch befürchtet, dass es unter ihm zu Taliban-artigen Zuständen wie einst in Afghanistan kommen wird. (tso)

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