Iran-Reise : Deutliche Kritik an Schröders Treffen mit Ahmadinedschad

Die Iran-Reise des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder ist in SPD und Union auf deutliche Kritik gestoßen. Er hatte am Wochenende in Teheran unter anderem den Staatspräsidenten und Holocaust-Leugner Mahmud Ahmadinedschad getroffen.

Schröder
Schröder bei einer Pressekonferenz auf seiner viertägigen Iran-Reise. Neben ihm steht der iranische Neurochirurg Majid Samiei.Foto: AFP

Berlin/KölnDas negative Echo auf die Reise des Ex-Bundeskanzlers Gerhard Schröder in den Iran bricht nicht ab. "Ich hätte diese Reise nicht gemacht", sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Gert Weisskirchen am Montag. Klug wäre es gewesen, in Teheran nur mit Ex-Präsident Mohammed Chatami zu sprechen, fügte er hinzu.

Der außenpolitische Sprecher der Union, Eckart von Klaeden (CDU), kritisierte, das Treffen Schröders mit Ahmadinedschad sei "nicht nützlich" gewesen und "man kann leider auch nicht sagen, dass es nicht schädlich gewesen ist". Ahmadinedschad stehe im Wahlkampf und giere nach internationaler Anerkennung, so dass ihm ein solcher Besuch "gerade recht" komme. Es wäre im Sinne der internationalen Gemeinschaft und der Bundesregierung gewesen, wenn Schröder auf das Treffen verzichtet und den iranischen Präsidenten "nicht auf diese Weise hofiert hätte".

Schröder war nicht als Vertreter Deutschlands unterwegs

Auch Linke-Chef Oskar Lafontaine kritisierte den Zeitpunkt des Besuchs. "Ich kritisiere den Zeitpunkt, da zurzeit im Iran Präsidentschaftswahlkampf ist", sagte er, fügte jedoch zugleich hinzu: "Generell gilt aber der Grundsatz Willy Brandts: Wenn man Frieden will, muss man mit den Parteien verhandeln, die miteinander streiten. Das galt früher für die PLO und gilt heute nicht nur gegenüber dem Iran, sondern auch gegenüber der Hamas."

Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg stellte klar, dass es sich um eine private Reise des Altkanzlers gehandelt habe und nicht um eine im Auftrag der Bundesregierung. Das Kanzleramt war nach seinen Angaben aber früh über die Reiseabsicht unterrichtet, da Schröder, wie bei allen Altkanzlern üblich, im Vorfeld über die Pläne informiert habe. (hyc/ddp)

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