Politik : Iran stellt im Atomstreit Kooperation ein

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Teheran/London - Iran hat aus Protest gegen die Einschaltung des Weltsicherheitsrats in den Atomstreit die freiwillige Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergieorganisation IAEO eingestellt. Das geht aus einem Schreiben vom Montag hervor, wie diplomatische Kreise im Umfeld der IAEO in Wien bestätigten. Dadurch werden unangemeldete Kontrollen durch die IAEO unmöglich. Zugleich rief der oberste Führer Irans, Ajatollah Ali Chamenei, sein Volk in dem Streit zum Widerstand auf. „Im Vertrauen auf Gottes Segen werden wir in dieser schwierigen Phase widerstehen und erfolgreich daraus hervorgehen“, sagte Chamenei im staatlichen Fernsehen.

UN-Generalsekretär Kofi Annan ermahnte Iran, die Verhandlungen wieder in Gang zu bringen. Es bleibe noch etwa ein Monat Zeit, ehe sich der Sicherheitsrat mit Iran befassen werde. Bislang hat die IAEO lediglich beschlossen, den Rat zu unterrichten.

Der britische Premierminister Tony Blair verschärfte unterdessen den Ton. Bei einer Anhörung im Parlament schloss Blair in London auch einen militärischen Einsatz nicht aus. „Man kann in solchen Situationen nie nie sagen.“ Großbritannien habe aber weiterhin die Absicht, den Streit mit diplomatischen Mitteln zu lösen. Russland zeigte sich enttäuscht über Irans Haltung. „Ein Teil der iranischen Führung schürt absichtlich die Spannungen“, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax einen russischen Teilnehmer an den Verhandlungen mit Iran. Die Führung in Moskau erneuerte das Angebot, bei den Verhandlungen über eine gemeinsame Urananreicherung am 16. Februar in Moskau eine für Iran annehmbare Lösung zu finden. Auch China hofft weiterhin auf einen diplomatischen Weg aus der Krise, sagte Außenminister Li Zhaoxing in Paris.dpa

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