Iran : Täuschend echt: Gefälschte Fotos von Raketentests

Meister der Übertreibung: Iran scheut auch vor digitalen Tricksereien nicht zurück, wenn es darum geht, der Welt das eigene Machtpotenzial vor Augen zu führen. Bestes Beispiel ist ein Foto, das iranische Raketen während des Abschusses zeigt - doch nicht alle Raketen auf dem Bild sind echt.

Raketentests
Fälschung: Die zweite Rakete von rechts wurde in das Bild hineinmontiert. -Foto: AFP

LondonEinen Tag nach einem spektakulären Raketentest hat ein Londoner Verteidigungsexperte dem Iran vorgeworfen, Fotos gefälscht und die Angaben zu den Reichweiten übertrieben zu haben, um das Leistungsvermögen seiner Raketen in ein möglichst gutes Licht zu stellen. Auf einer der von den Revolutionsgarden ins Internet gestellten Aufnahmen sei eine von vier Raketen nachträglich hineinkopiert worden, sagte Mark Fitzpatrick vom renommierten Internationalen Institut für Strategische Studien (IISS). Er vermutete, dass die Revolutionsgarden damit die Fehlzündung einer Rakete vertuschen wollten.

Auch die Versicherungen des Iran, wonach eine ebenfalls getestete Mittelstreckenrakete des Typs Schahab 3 mit einer Tonne Sprengstoff 2000 Kilometer weit fliegen kann, stellte Fitzpatrick in Zweifel. Dies sei wenig wahrscheinlich, sagte der ehemalige Mitarbeiter des US-Außenministeriums. Die Reichweite der Rakete liege normalerweise bei 1300 Kilometern, nur mit einem wesentlich leichteren Sprengkopf könnte sie möglicherweise 2000 Kilometer weit fliegen - und damit Israel erreichen. "Es ist typisch für den Iran, beim Leistungsvermögen seiner Raketen und seines Atomprogramms zu übertreiben", sagte der Experte. (sba/AFP)

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