Politik : Iran testet Raketen und Drohnen Washington setzt Marine und Jagdflugzeuge in Gang

Dubai - Der Iran hat nach eigenen Angaben erfolgreich Mittelstreckenraketen getestet. Die Geschosse seien in der Lage, Ziele in Israel zu treffen, berichtete der staatliche iranische Fernsehsender Press TV am Dienstag. Die Tests seien eine Antwort auf die Drohungen Israels, die Islamische Republik anzugreifen. Die Regierung in Teheran hatte die Manöver am Sonntag angekündigt, nachdem das EU-Ölembargo in Kraft getreten war. Laut Press TV verfügt die nun getestete „Schahab 3“-Rakete über eine Reichweite von 1300 Kilometern. Zeitgleich seien weitere Modelle zum Einsatz gekommen. Am Mittwoch würden Drohnen getestet. Der Fernsehsender zitierte den Vize- Kommandeur der Revolutionsgarden, Hossein Salami, mit den Worten, dass dies eine Vergeltungsmaßnahme für die Feinde des Irans sei, die einen Militärschlag als möglich bezeichneten.

Israel fühlt sich durch das iranische Atomprogramm besonders bedroht und hält sich einen Militärschlag offen. Der Atomstreit hat zuletzt durch die westlichen Sanktionen an Schärfe gewonnen. Ursprünglich hatte die Islamische Republik damit gedroht, in Reaktion auf die Verschärfung der Handelsschranken die Straße von Hormus zu blockieren. Über die weltweit wichtigste Ölhandelsroute wird mehr als ein Drittel des weltweiten Seehandels abgewickelt. Die USA haben nach einem Zeitungsbericht in den vergangenen Monaten ihre Militärpräsenz im Persischen Golf deutlich verstärkt, um den Iran davon abzuhalten, die Straße von Hormus zu sperren. Das berichtet die „New York Times“. Außerdem seien mehr Kampfflugzeuge in die Region beordert worden, die iranische Raketenstellungen oder Atomanlagen angreifen könnten. Unter anderem haben die USA im April mehrere Tarnkappen-Jäger vom Typ F-22 „Raptor“ an den Golf verlegt. Die Meerenge von Hormus ist an der schmalsten Stelle nur rund 50 Kilometer breit. Durch das Nadelöhr befördern Tanker nach unterschiedlichen Quellen bis zu 40 Prozent des weltweit auf Schiffen transportierten Öls – unter anderem nach Europa, Fernost und in die USA. rtr/dpa

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