Politik : Iran verschiebt im Atomstreit - Treffen mit Solana in Brüssel

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Brüssel/Berlin - Irans Chefunterhändler Ali Laridschani hat sein für Mittwoch in Brüssel angesetztes Gespräch mit dem EU-Außenbeauftragten Javier Solana über das iranische Atomprogramm kurzfristig verschoben. Am Dienstag hieß es überraschend, Laridschani stehe erst in einer Woche zur Verfügung. In einem direkten Telefonat erhielt Solana dann von Laridschani die Zusage, er werde an diesem Donnerstag nach Brüssel kommen. Solana unterstrich den Willen der EU, zügig über das Anfang Juni vorgelegte Paket zur Beilegung des Atomstreits zu sprechen. Vereinbart worden sei, dass am Donnerstag darüber gesprochen werde und die Beratungen am kommenden Dienstag fortgesetzt würden, sagte Solana.

Nach einem Bericht der staatlichen iranischen Agentur Irna verschob Laridschani sein Treffen mit Solana wegen eines angeblichen Mordkomplotts. Die Agentur meldete unter Berufung auf eine nicht näher genannte Quelle, iranische Sicherheitsbehörden hätten von „Mördergruppen“ in Brüssel erfahren, die auf Anweisung von Terroristen handelten, die „von Israel und bestimmten europäischen Ländern“ unterstützt würden.

Die Sprecherin von Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner sagte unterdessen, die EU-Kommission sei wie alle EU-Staaten enttäuscht darüber, dass Teheran dermaßen langsam auf das Angebot reagiere. Es sei entscheidend, dass das Treffen zwischen Solana und Laridschani zu Stande komme, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Die Reaktion des Iran müsse Aufschluss darüber geben, ob Teheran gewillt sei, auf das internationale Kooperationsangebot einzugehen. Neben Solana sollen deutsche, englische, französische und russische Vertreter am Treffen mit Laridschani teilnehmen. Mit China hatten sie Teheran das Angebotspaket mit wirtschaftlichen und politischen Anreizen unterbreitet, wenn Teheran auf Urananreicherung verzichtet. Laridschani war am Dienstag vom iranischen Staatsfernsehen zitiert worden, seine Regierung werde Anfang August auf das Paket antworten. Die Verhandlungen mit der EU seien „nur der Anfang der Diskussionen“. AFP

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