Politik : Iran verstärkt Druck auf EU

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Teheran Die Führung in Teheran hat die Wiederaufnahme der Uranverarbeitung in der zentraliranischen Anlage von Isfahan beschlossen. Der Oberste Nationale Sicherheitsrat habe den Beschluss am Sonntag gefasst, meldete die Nachrichtenagentur Mehr. Die Internationale Atomenergiebehörde in Wien sei informiert worden. Zuvor hatte Teheran die drei EU-Verhandlungspartner Deutschland, Frankreich und Großbritannien ultimativ aufgefordert, im Streit um das iranische Atomprogramm neue Lösungsvorschläge vorzulegen.

Der Sprecher des iranischen Sicherheitsrates, Ali Aqamohammadi, hatte angekündigt, Iran werde an diesem Montag einen Teil seiner Atomaktivitäten wieder aufnehmen, sollte das EU-Trio nicht neue Angebote machen. Teheran hatte im November 2004 sein Programm zur Urananreicherung ausgesetzt. Die EU und die USA wollen verhindern, dass Iran angereichertes Uran zur Herstellung von Atomwaffen verwendet.

In Isfahan kann Uran in das gasförmige Uranhexafluorid verwandelt werden, ein Ausgangsstoff für angereichertes Uran. Irans Außenamtssprecher Resa-Hamid Assefi betonte: „Die Anlage von Isfahan dient nicht der Urananreicherung, wir bleiben der Aussetzung (der Urananreicherung) verpflichtet und werden die Aktivitäten in Natanz nicht wieder aufnehmen.“ Die Atomfabrik Natanz gilt als Ort der eigentlichen Urananreicherung.

Diplomaten der drei EU-Länder hatten vor Bekanntwerden des neuen Beschlusses in Teheran darauf verwiesen, dass Deutschland, Frankreich und Großbritannien am 7. August einen Lösungsvorschlag vorlegen wollten. Dieser Termin liege voll im Zeitplan. Am 25. Mai habe man in Genf vereinbart, Ende Juli/Anfang August einen Vorschlag zur Beilegung des Konflikts zu unterbreiten. dpa

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