Politik : Iran warnt USA vor Militärschlag

Washington - Im Atomstreit hat der Iran die USA vor einem Militärschlag gewarnt und mit einem Gegenangriff gedroht. Das islamische Land werde entschlossen seine territoriale Integrität und Interessen verteidigen, sagte der Vizechef der paramilitärischen Revolutionsgarden, General Jadollah Dschawani, am Montag laut der amtlichen Nachrichtenagentur Irna.

US-Generalstabschef Mike Mullen hatte zuvor erklärt, ein Militärschlag gegen den Iran bleibe für die USA „eine Option“, sollte Teheran Atomwaffen entwickeln. Dem Sender NBC sagte Mullen, sowohl ein Militärschlag als auch die Aussicht, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelangen könnte, seien in einer ohnehin schon „unglaublich unsicheren Region der Welt“ äußert besorgniserregend. Dschawani sprach von „psychologischer Kriegsführung der USA“. Damit wolle die US-Regierung den Iran dazu bringen, klein beizugeben, sagte er zu Mullens Äußerung. Die Weltgemeinschaft verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran hat das stets zurückgewiesen.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad forderte unterdessen US-Präsident Barack Obama zu einem Fernsehduell über die wichtigsten weltpolitischen Fragen heraus. Ein solches Aufeinandertreffen könne am Rande der UN-Vollversammlung Ende des Sommers stattfinden, sagte Ahmadinedschad am Montag in Teheran. „Wir werden unsere Lösungen für Probleme der Welt vorstellen, um zu sehen, wer die besseren Lösungen hat.“ Ahmadinedschad hatte einen solchen Vorschlag auch im vergangenen September gemacht. Die US-Regierung griff ihn jedoch nicht auf.

Nach Angaben regierungskritischer Websites ist eine Gruppe oppositioneller Häftlinge im Iran in einen Hungerstreik gegen die Haftbedingungen getreten. An der vor einer Woche begonnenen Protestaktion seien 17 Häftlinge, insbesondere Journalisten und Studentenführer, beteiligt, berichtete die Website kaleme.com, die Oppositionsführer Mir-Hossein Mussawi gehört. Fünf Teilnehmer seien ins Krankenhaus gebracht worden. dpa/rtr/AFP

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