Politik : Iran will nicht nur mit EU-Trio reden

Atomstreit: Teheran sucht neue Gesprächspartner

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Teheran/Moskau/Tokio - Irans Führung sucht im Atomkonflikt nach weiteren neuen EU-Gesprächspartnern. Außenminister Manuchehr Mottaki sagte am Dienstag in Teheran, sein Land wolle derzeit nicht nur mit dem EU-Verhandlungstrio aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien verhandeln, sondern auch unilateral mit einzelnen EU-Mitgliedstaaten. Mottaki hatte am Montag in Brüssel erneut das Recht Irans auf die friedliche Nutzung der Atomenergie und Urananreicherung betont.

Die zweitägigen Gespräche in Moskau zwischen Russland und Iran über einen russischen Kompromissvorschlag in der Atomkrise brachten unterdessen keine Fortschritte. Der Dialog solle bei einem Besuch des Leiters der Atombehörde Rosatom in Iran am Donnerstag fortgesetzt werden, hieß es in Moskau. Außenminister Sergej Lawrow sagte, es sei zu früh, von Fehlschlag oder Erfolg zu sprechen. Die Delegationen hatten Moskaus Kompromissvorschlag diskutiert, Uran für Iran in Russland anzureichern.

Irans Delegationsleiter Ali Chosro- Tasch wertete die Gespräche positiv. „Es gibt Elemente, die uns hoffen lassen, dass wir eine Einigung erzielen“, sagte er der Agentur Interfax. Iran habe keinen Willen zu Zugeständnissen gezeigt, sagte dagegen der Chef des Außenausschusses im russischen Parlament, Konstantin Kossatschow: „Russland ist wenn nicht eine Geisel, so doch sehr vom guten oder bösen Willen Teherans abhängig.“ Andere russische Experten nannten die Gespräche einen Versuch Irans, vor einer Weiterleitung des Konflikts an den Weltsicherheitsrat Zeit zu gewinnen.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) forderte erneut, viele Handlungsoptionen gegenüber Iran offen zu halten und nicht sofort schärfere Sanktionen einzuleiten. „Ich rechne nicht damit, dass es im ersten Schritt zu Wirtschaftssanktionen kommt“, sagte er bei einem Besuch in Japan. Zugleich nannte er es „unklug“, Wirtschaftssanktionen auszuschließen und warnte vor einer Reduzierung denkbarer Handlungsmöglichkeiten auf einen Militärschlag. Japans Außenminister Taro Aso sagte, er und Steinmeier seien sich einig, dass die internationale Gemeinschaft in der Krise eine friedliche Lösung suchen müsse. dpa/hmt

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