Politik : Iran wirft Bush Terrorakt vor

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Teheran/Washington - Der Iran hat mit scharfer Kritik auf Berichte reagiert, wonach die US-Regierung angeordnet haben soll, iranische Agenten im Irak künftig gezielt zu töten. „Ich hoffe, dass dieser Bericht falsch ist, denn eine derartige Anweisung wäre ein terroristischer Akt und gegen jede internationale Norm“, sagte der Vorsitzende der außenpolitischen Kommission des iranischen Parlaments, Alaedin Borudscherdi, am Samstag.

Die Zeitung „Washington Post“ hatte am Vortag weiter berichtet, diese Vorgehensweise sei Teil einer neuen, härteren Strategie der Regierung von Präsident George W. Bush. Damit solle der Einfluss des Iran in seinem Nachbarland Irak wie auch im gesamten Nahen Osten zurückgedrängt werden. Die USA werfen dem Iran unter anderem vor, die Milizen im Irak zu trainieren und auszurüsten. Unter den früheren Richtlinien durfte das US-Militär die Iraner nur vorübergehend festnehmen und musste sie dann nach einer biometrischen Erfassung ihrer Identität wieder freilassen.

Bei zwei Bombenanschlägen in der irakischen Hauptstadt Bagdad kamen am Samstag elf Menschen ums Leben. Selbstmordattentäter hatten ihre mit Sprengstoff beladenen Autos in einem belebten Geschäftsviertel im Osten der Stadt zur Explosion gebracht. Die Autobomben detonierten in unmittelbarer Nähe einer Polizeiwache. Eine Welle der Gewalt erfasste am Samstag auch die Erdölstadt Kirkuk im Norden des Irak. Dort starben vier bewaffnete Männer, als ihr Fahrzeug plötzlich explodierte. Möglicherweise sei die Explosion aus Versehen ausgelöst worden, mutmaßten die Behörden. In einem anderen Teil der Stadt überfielen Unbekannte einen Kleinbus. Bei der Schießerei starben zwei Männer, vier weitere wurden verletzt.

In Washington wollten am Samstag Friedensaktivisten den US-Kongress zum Ende des Irak-Einsatzes auffordern. Zu der Großdemonstration wurden mehrere Hundert Busse erwartet.dpa/AFP

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