Politik : Iran zieht sein Geld aus Europa ab

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Berlin - Im Streit um Irans Atomprogramm rechnet das Land nun offensichtlich selbst mit einer scharfen Reaktion der internationalen Gemeinschaft. Um sich vor möglichen UN-Sanktionen zu schützen, begann Iran mit einer Umschichtung seines in Europa angelegten Geldes. „Ja, wir haben mit dem Abzug unseres Geldes von europäischen Banken begonnen und transferieren es zu anderen ausländischen Banken“, sagte ein iranischer Regierungsvertreter der Agentur Reuters. Damit will Teheran einer möglichen Konten-Sperrung zuvorkommen.

Die USA drohten dem Land am Freitag offen mit Strafe wegen der Fortsetzung seines Atomprogramms. Bei einer Pressekonferenz in Neu-Delhi sagte der Staatssekretär im US-Außenministerium, Nicholas Burns, Iran sei „in seiner eigenen Region als auch weltweit eine Gefahr für den Frieden“. Das Land habe die Grenzen des Völkerrechtes überschritten. Es müsse wissen, „dass es für solche Schritte eine Strafe geben muss“.

Nicht nur Iran, sondern auch Syrien steht gegenwärtig unter dem Druck der internationalen Gemeinschaft. Am Freitag beendete der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad einen zweitägigen Besuch in Syrien. Bei der Visite traf Ahmadinedschad am Freitag mit Vertretern israelfeindlicher Palästinensergruppen zusammen. Nach deren Angaben sicherte der iranische Präsident ihnen dabei seine Unterstützung zu.

Am Donnerstag hatte Frankreichs Präsident Jacques Chirac mit einem Einsatz von Atomwaffen gegen Terrorstaaten gedroht. Ein Sprecher des französischen Außenministeriums versicherte, die Ausweitung der französischen Atomwaffendoktrin habe nichts mit dem Streit um das iranische Atomprogramm zu tun. Nach Ansicht deutscher Sicherheitskreise hat Chirac Iran allerdings sehr wohl indirekt davor gewarnt, im Falle eines eskalierenden Konflikts mit dem Westen die libanesische Hisbollah „als terroristischen Arm“ einzusetzen. fan/Tsp

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