Iran : Zweite Runde der Parlamentswahl in Iran hat begonnen

82 Sitze im iranischen Parlament müssen noch besetzt werden, weil sich keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang durchsetzen konnte. Erwartet wird, dass die Konservativen um Mahmud Ahmadinedschad erneut die Nase vorn haben werden. Die Mehrheit der Abgeordneten stellen sie schon jetzt.

TeheranKnapp sechs Wochen nach der Parlamentswahl im Iran haben am Freitag Stichwahlen zur Bestimmung noch freier Parlamentssitze begonnen. 82 der insgesamt 290 Abgeordnetensitze waren im ersten Wahlgang am 14. März nicht besetzt worden, weil keiner der Kandidaten die erforderlichen 25 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen konnte. Nun können die insgesamt 22 Millionen Wahlberechtigten zwischen 164 Kandidaten wählen.

Die Parlamentsmehrheit der Konservativen gilt bereits als sicher, denn sie hatten in der ersten Runde Mitte März rund 70 Prozent der 208 vergebenen Mandaten errungen. Hunderten reformorientierten Kandidaten war eine Zulassung zum Urnengang verwehrt geblieben.

Erster Durchgang "weder fair noch frei"

Die Wahl ist angesichts wachsenden Unmuts über die schlechte wirtschaftliche Lage ein Test für Präsident Mahmud Ahmadinedschad, der vor zweieinhalb Jahren sein Amt antrat. Offen ist, wie viele der konservativen Abgeordneten Ahmadinedschad folgen werden und wie viele seiner radikalen Politik etwa im Atomstreit mit dem Westen gegenüber kritisch eingestellt sind.

Im ersten Wahlgang, bei dem rund 43 Millionen Menschen stimmberechtigt waren, hatten Kandidaten aus dem Lager der Reformer etwa 20 Prozent der Sitze errungen, unabhängige Bewerber zehn Prozent. In der Stichwahl am Freitag ist gewählt, wer die einfache Mehrheit bekommt.

Im Westen ist die Wahl als "weder fair noch frei" eingestuft worden. Der von der religiösen Führung eingesetzte Wächterrat hatte viele Kandidaten der Reformer gar nicht erst zur Wahl zugelassen. (nim/dpa/AFP)

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben