Politik : Irans Chefunterhändler: Moskau ist natürlicher Verbündeter

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Moskau - Irans Chefunterhändler in Sachen Atom, Ali Laridschani, hat erneut Konsequenzen für die weitere Zusammenarbeit seines Landes mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO angedroht, sollte der UN-Sicherheitsrat im Atomstreit Sanktionen gegen sein Land aussprechen. Am Freitag sagte Laridschani in Moskau, Russlands Einwände müssten in der Debatte berücksichtigt werden. Iran besteht auf uneingeschränkter Nutzung der Atomenergie einschließlich eigener Urananreicherung zu friedlichen Zwecken, während international die Sorge ist, dass Teheran sich dabei um Nuklearwaffen bemüht. Der Westen will daher den Export sensibler Technologien durch Sanktionen des UN-Sicherheitsrates stoppen. Moskau, das als ständiges Mitglied ein Vetorecht hat, hält das für unangemessen und warnte vor weiterer Isolierung Teherans.

Moskau hatte im Herbst 2005 ein gemeinsames Unternehmen für die Urananreicherung auf russischem Boden angeregt. Für Iran, das sich dazu in der Vergangenheit widersprüchlich geäußert hat, sei der Vorschlag nach wie vor aktuell, sagte Laridschani. Moskau und Teheran seien „Freunde und natürliche Verbündete“.

Teheran stimmte einem Deal zu, der dem russischen Monopolisten Gasprom die Übernahme der Sperrminorität an der neuen Pipeline ermöglicht, die Iran nach Armenien baut. Am Weiterbau dieser Leitung war auch Georgien interessiert: Tiflis wollte mit iranischen Importen einer Preissteigerung bei den russischen Gaslieferungen entgegenwirken. Denn ab Januar will Gasprom für 1000 Kubikmeter 230 statt bisher 110 Dollar verlangen. Armenien hat den Deal ebenfalls abgesegnet. Offenbar um Preissteigerungen für eigene Importe aus Russland zu verhindern. Kritische Medien sprachen von „bedingungsloser Kapitulation“. win

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