Irans Geiseln : Britische Soldaten auf dem Heimflug

Rund zwei Wochen nach ihrer Gefangennahme durch Iran haben die 15 britischen Marineangehörigen und Seeleute das Land verlassen. Sie flogen am Morgen von Teheran Richtung London ab.

Teheran - Die 15 Festgenommenen waren zuvor in zwei von der Polizei eskortierten Minibussen in den VIP-Bereich des Flughafengebäudes gebracht worden. Irans Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad hatte am Mittwoch überraschend die Freilassung der Briten angekündigt.

Im Flughafengebäude, zu dem lediglich iranische Journalisten Zutritt hatten, waren auch der britische Botschafter Geoffrey Adams und weitere britische Diplomaten vor Ort. Die freigelassenen Briten wurden von Irans Vize-Außenminister Maschid Ghahremani begleitet. Nach Angaben der amtlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna erhielten sie ein Geschenk von Ahmadinedschad und den iranischen Revolutionsgarden, die die Seeleute festgenommen hatten. Am Mittwochabend waren die Seeleute und Marineangehörigen mit Botschafter Adams zusammengetroffen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie sich nach Angaben des britischen Außenministeriums noch in iranischer Hand befunden.

Ahmadinedschad warf der britischen Regierung trotz der Freilassung vor, wegen der Gefangennahme ein Medienspektakel inszeniert und den UN-Sicherheitsrat eingeschaltet zu haben. Die britische Regierung habe sich in einem Schreiben verpflichtet, nicht noch einmal iranisches Territorium zu verletzen. Kurz vor der Pressekonferenz zeichnete der iranische Präsident den für die Festnahme der Briten zuständigen Kommandanten des Marinekorps der Revolutionswächter aus.

Blair will abwarten

Ein Sprecher von Premierminister Tony Blair sagte in einer ersten Reaktion auf die Freilassung, zunächst müsse die genaue Bedeutung von Ahmadinedschads Worten festgestellt und das weitere Vorgehen abgewartet werden. US-Präsident George W. Bush begrüßte die Entwicklung, wie seine Sprecherin Dana Perino sagte. Bush hatte die Gefangennahme der Briten scharf kritisiert und von einer Geiselnahme gesprochen. Der russische Vize-Außenminister Alexander Lossjukow sprach von einer "Geste des guten Willens" der iranischen Seite.

Iranische Revolutionsgardisten hatten die Angehörigen der britischen Kriegsmarine am 23. März im Mündungsbereich des Schatt el Arab zwischen dem Irak und Iran gefangengenommen. Teheran warf ihnen vor, in iranische Gewässer eingedrungen zu sein. Nach britischen Angaben hielten sich die Soldaten in irakischen Gewässern auf. Der Grenzverlauf der Wasserstraße ist seit Jahren strittig. (tso/AFP)

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