Politik : Irans Justiz prüft Fall der Deutschen

Teheran - Die iranische Justiz wird den Fall der beiden im Iran festgehaltenen Bundesbürger untersuchen. Das sagte der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Fars am Samstag. „Die beiden Deutschen haben unprofessionell gehandelt, und ihr Fall muss demnach innerhalb des rechtlichen Rahmens von der Justiz überprüft werden“, sagte er demnach bei einem Treffen am Freitag in Brüssel mit seinem deutschen Amtskollegen Guido Westerwelle. Laut Fars bezog sich Mottaki auf eine angebliche Bitte des Bundesaußenministers, den Fall der beiden im Nordwesten des Irans inhaftierten Deutschen mit „Wohlwollen und islamischer Güte“ zu behandeln. Beobachter sind der Ansicht, dass Mottaki damit einer diplomatischen Einmischung in den Fall vorerst eine Absage erteilt hat.

Nach Darstellung der iranischen Behörden haben die beiden Deutschen bereits zugegeben, eine Straftat begangen zu haben. Die beiden Männer hätten gestanden, sich fälschlicherweise als Journalisten ausgegeben zu haben, sagte Generalstaatsanwalt Gholamhossein Mohseni Edscheie laut der Nachrichtenagentur Irna.

Edscheie fügte nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars hinzu, die beiden Deutschen seien mit einem Touristenvisum in die Stadt Täbris im Nordosten des Iran gereist. Dort hätten sie sich als Journalisten ausgegeben, ohne dies jedoch beweisen zu können, und seien in Kontakt mit der Familie der zum Tode verurteilen Iranerin Sakine Mohammadi Aschtiani getreten.

Die beiden Männer seien mit Hilfe von „feindlichen politischen Gruppen, die im Ausland ansässig sind“, nach Täbris gekommen und befänden sich weiter in Haft, sagte Edscheide. Nach der Festnahme hatten die Behörden erklärt, die Deutschen hätten Verbindungen zu „antirevolutionären“ Kräften. dpa/AFP

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