Politik : Irrtümlich erstmals genveränderte Embryonen patentiert

Greenpeace plant Einspruch gegen den "beispiellosen Tabubruch"

Das Europäische Patentamt (EPA) in München hat nach eigenen Angaben irrtümlich ein Patent auf gentechnisch manipulierte menschliche Embryonen erteilt. Das Amt bestätigte am Montag entsprechende Informationen der Umweltschutzorganisation Greenpeace. "Das war ein schwerer Fehler", zitierte ein Sprecher den EPA-Direktor für Biotechnologie, Christian Gugerell. Der EPA-Sprecher räumte ein, dass das der Universität von Edinburgh erteilte Patent Nummer EP 695 351 auch die Manipulation der menschlichen Erbinformation, der so genannten Keimbahnen, umfasse.

Da das Patent erteilt sei, könne das Amt es erst zurücknehmen, wenn dagegen Einspruch erhoben worden sei. Einen solchen Einspruch kündigten Greenpeace und auch die PDS inzwischen an. Unabhängig davon sei eine Umsetzung des Patents in Deutschland und weitgehend wohl auch in den anderen EU-Staaten rechtswidrig, betonte der EPA-Sprecher.

Greenpeace kritisierte das Patent als "beispiellosen Tabubruch". "Damit ist der im Labor produzierte und patentierte Mensch deutlich näher gerückt", erklärte der Gentechnik-Experte der Organisation, Christoph Then. Ethische Grenzen spielten offenbar "keine Rolle mehr". Der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese nannte die Erteilung des Patents einen "unglaublichen Skandal".

Nach Greenpeace-Informationen hat die Universität von Edinburgh einen Exklusiv-Vertrag mit dem australischen Unternehmen Stem Cell Sciences (SCS) abgeschlossen, das sich auf die Züchtung menschlicher Stammzellen spezialisiert habe.

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