IS-Terror in Syrien und Nordirak : Dschihadistin soll gegen IS-Geiseln ausgetauscht werden

Laut Medienberichten soll eine in Jordanien verurteilte Dschihadistin gegen zwei IS-Geiseln in Syrien ausgetauscht werden. Es wäre eine Premiere, wenn der "Islamische Staat" einen solchen Kompromiss erzwingen könnte.

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Der japanische Außenminister Yasuhide Nakayama nach einer Krisensitzung in Amman.
Der japanische Außenminister Yasuhide Nakayama nach einer Krisensitzung in Amman.Foto: Reuters

Sajida Rischawi sitzt in der Todeszelle in Jordanien, nun soll die verurteilte Dschihadistin frei kommen, wie der japanische Botschafter in Amman verkündete. Es steht offenbar ein Gefangenenaustausch mit der Terrormiliz "Islamischer Staat" bevor: Eine Premiere.

In der Hand des "Islamischen Staats" befinden sich seit einigen Wochen der Japaner Kinji Goto und der jordanische Pilot Muad Kasasba. Eine zweite japanische Geisel sollen IS-Terroristen letzte Woche brutal ermordet haben. Kasasba war im Dezember mit seinem Kampfjet über IS-kontrolliertem Gebiet abgestürzt, er hatte sich an den Luftschlägen gegen die Terrormiliz beteiligt. Die IS-Miliz forderte für die Freilassung rund 200 Millionen Dollar und die Freilassung von Rischawi. Sie ist eine irakische Terroristin, die im Jahr 2005 an Attentaten in der jordanischen Hauptstadt Amman beteiligt war.

Der japanische Ministerpräsident Schinzo Abe sprach am Mittwoch von einer sehr schwierigen Situation für seine Regierung. Er betonte aber, dass die Unversehrtheit der Geiseln für ihn im Vordergrund stehe. Vertreter der japanischen und der jordanischen Regierungen hielten in den letzten Stunden mehrere Krisensitzungen in Amman ab. Andere Länder, vor allem die USA und Großbritannien verhandeln kategorisch nicht mit Terroristen. Der Gefangenenaustausch soll laut Medienberichten vom Mittwoch in den "nächsten Stunden" stattfinden.

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