Islam : Iran kritisiert Ritterschlag für Rushdie

Iran ist empört über Englands Königin Elizabeth II., die am Samstag den islamkritischen Autor Salman Rushdie zum Ritter geschlagen hat.

TeheranDer Ritterschlag für den indisch-britischen Schriftsteller und Autoren der "Satanischen Verse", Salman Rushdie, ist in Teheran auf scharfe Kritik gestoßen. "Eine der meistgehassten Personen der islamischen Welt auszuzeichnen, zeigt Großbritanniens Feindschaft gegenüber dem Islam und wird dieses Land gegen die islamischen Gesellschaften stellen", sagte Mohammad-Ali Hosseini, Sprecher des iranischen Außenministeriums. Das britische Außenministerium betonte, die Auszeichnung Rushdies sei "höchst verdient".

Rushdie war am Samstag von Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen worden. "Sir Salman", wie er sich jetzt nennen darf, erlangte tragischen Weltruhm, nachdem Iran eine Todesdrohung gegen ihn verhängt hatte. Der iranische Revolutionsführer Ayatollah Khomeini hatte 1989 nach der Veröffentlichung der "Satanischen Verse" eine so genannte Fatwa ausgesprochen, weil sich Muslime durch das Buch beleidigt fühlten. Der Literat ("Mitternachtskinder") lebte danach jahrelang unter starkem Polizeischutz im Londoner und New Yorker Untergrund. Er feiert am kommenden Dienstag seinen 60. Geburtstag.

Zu dem Ritterschlag sagte Hosseini: "Dies beweist einmal mehr, dass die Beleidigungen der islamischen Heiligtümer in den vergangenen Jahren nicht zufällig erfolgten, sondern vielmehr von einigen westlichen Staaten vorprogrammiert wurden."

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