Islamdebatte : Lindner: CSU wie Islam - muss auch integriert werden

Eine neue Variante zur Islamdebatte liefert FDP-Generalsekretär Christian Lindner. Mit einem Augenzwinkern bringt er einen Vergleich, der ein kleiner Seitenhieb für den neuen Innenminister ist.

FDP-Generalsekretär Christian Lindner.
FDP-Generalsekretär Christian Lindner.Foto: dpa

"Die CSU war auch nicht prägende Kraft der deutschen Geschichte ... trotzdem ist sie heute eine gesellschaftliche Realität, mit der wir umgehen müssen ... wir müssen heute auch die CSU integrieren", verglich Lindner die Rolle des Islam in Deutschland mit der bayerischen Partei.

Zwischen ernst und humorvoll äußerte er sich am Dienstag zur deutschen Werte-Debatte: "Die bayerische Leitkultur ist geprägt worden, als Bayern noch Monarchie war. Da gab es keine CSU ... So ähnlich ist es mit dem Islam. Er hat zwar unsere Leitkultur nicht geprägt, aber wir müssen ihn integrieren."

Die Replik des CSU-Generalsekretärs Alexander Dobrindt folgte auf dem Fuß: "Ich glaube, der Kollege Lindner hatte eine rote Pappnase auf, als er das gesagt hat."

Lindner bezog seine Bemerkungen auf den neuen Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU). Dieser hatte zum Amtsantritt auf Fragen gesagt, es sei historisch nicht belegt, dass der Islam zu Deutschland gehöre. Friedrich grenzte sich damit von Bundespräsident Christian Wulff ab, der den Islam inzwischen als einen Bestandteil Deutschlands sieht.

Bouffier hält Islamdebatte für unklug

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) bezeichnete unterdessen die Debatte, ob der Islam zu Deutschland gehört, als "wenig klug". "Mit solchen Begriffen kann man nicht viel anfangen", sagte Bouffier, der auch stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender ist, am Dienstag in Gießen. "Man muss genau formulieren, deshalb will ich es so formulieren: Der Islam gehört natürlich nicht zur deutschen Tradition, das kann ernsthaft kein Mensch bestreiten. Aber der Islam wird zunehmend die soziale Realität in unserem Land mit prägen."

Die Politik müsse sich danach ausrichten, brauche dafür aber Partner, sagte Bouffier bei einem Treffen mit Vertretern der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung. Der Regierungschef zählt zum konservativen Flügel seiner Partei. (dpa)

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