Politik : Islamforum: Muslimische Kinder zum Sportunterricht

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Köln - Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) und der Interkulturelle Rat haben eine bessere Integration muslimischer Kinder in deutschen Schulen gefordert. Angesichts einer „sehr aufgeheizten Stimmung“ gegen Muslime in Deutschland müsse dringend gegengesteuert werden, sagte der neue ZMD-Vorsitzende Axel Ayyub Köhler am Donnerstag in Köln. Der „Schule als Ort der Toleranz-Einübung“ komme dabei besondere Bedeutung zu. Die Teilnahme der muslimischen Kinder an Sport, Sexualkunde und Klassenfahrten sei ausdrücklich erwünscht, betonte das Islamforum in einer Empfehlung.

Mehr als 700 000 muslimische Kinder besuchen deutsche Schulen. Dabei komme es vor allem beim Sport- und Schwimmunterricht, bei der Sexualkunde und bei Klassenfahrten zu Problemen, so das Islamforum. In dem Forum arbeiten zahlreiche Organisationen wie der ZMD, der Interkulturelle Rat, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion, die Christlich-Islamische Gesellschaft oder der Islamrat zusammen.

Die Befreiung etwa vom Sportunterricht sei sowohl aus gesundheitlichen Gründen als auch unter dem Gesichtspunkt der Integration nicht wünschenswert. Die bestehenden Probleme seien lösbar, meinte der Vorsitzende des Interkulturellen Rates, Jürgen Micksch. Als Beispiele nannte er Vorhänge in Duschkabinen, den Verzicht auf Fotos nackter Menschen bei der Sexualkunde oder einen getrennten Schwimmunterricht für Jungen und Mädchen. Es könne gelingen, gegenseitiges Misstrauen zwischen Elternhaus und Schulen über mehr Gespräche oder auch das Einschalten einer Vertrauensperson abzubauen, meinte Micksch. dpa

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