Islamischer Staat : Obama: "USA hat IS unterschätzt"

In den vergangenen Tagen griffen die USA und ihre Verbündeten wichtige Infrastruktur der Terrormiliz IS in Syrien an. Barack Obama hat unterdessen einige Fehleinschätzungen eingeräumt.

Rebellen kämpfen in Aleppo gegen ihre Gegner.
Rebellen kämpfen in Aleppo gegen ihre Gegner.Foto: AFP

Bei neuen Luftangriffen in Syrien hat das internationale Militärbündnis wichtige Infrastruktur unter Kontrolle der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bombardiert. Die USA und ihre arabischen Verbündeten attackierten unter anderem eine große Gasanlage in der Nähe der ostsyrischen Stadt Dair as-Saur, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag berichtete.

US-Präsident Barack Obama räumte ein, dass die USA die Terrormiliz unterschätzt hätten. Zugleich sei die Fähigkeit des irakischen Militärs überschätzt worden, die Organisation zu stoppen, sagte er.
In einem CBS-Interview wurde Obama nach Angaben des Senders danach gefragt, ob er eine entsprechende Einschätzung des nationalen Geheimdienstdirektors James Clapper teile. „Das trifft zu“, antwortete Obama. „Das trifft absolut zu.“ CBS bezeichnete die Äußerung des Präsidenten als eine der offensten, die er bisher zum Aufstieg des IS gemacht habe.

Obama führte das Erstarken der Terrormiliz unter anderem auf das syrische Bürgerkriegschaos zurück, das der Gruppe Raum zum Wachsen gegeben habe. Zudem sei es der Sunnitenmiliz gelungen, ausländische Kämpfer aus verschiedenen Ländern in Syrien zu versammeln. „Und so wurde es Ground Zero für Dschihadisten aus aller Welt.“ Die US-Armee hatte Anfang vergangener Woche ihre Angriffe auf die Extremisten vom Irak auf Syrien ausgedehnt. Fünf arabische Staaten unterstützen die USA dabei. Die Terrormiliz beherrscht in Syrien und im Irak riesige Gebiete und hat dort ein „Kalifat“ ausgerufen. Ziel der USA ist es, den Islamischen Staat in beiden Ländern zu zerstören.

Nach Angaben der syrischen Menschenrechtsbeobachter gilt die bombardierte Gasanlage am Rande des Ortes Chascham als die größte ihrer Art in Syrien. Sie versorge mehrere Kraftwerke im Land, die zahlreiche syrische Provinzen mit Strom beliefern. Demnach griff das Bündnis nahe des Ortes Manbidsch im Norden Syriens auch Getreidemühlen und Silos an. Es gebe Informationen über Opfer.
Bereits in den vergangenen Tagen hatte das Bündnis wiederholt Ölanlagen unter IS-Kontrolle bombardiert. Damit will es nach eigenen Angaben die wichtigste Einnahmequelle der Extremisten zerstören. Die Terrormiliz finanziert sich hauptsächlich mit dem Verkauf von Öl.

IS-Einheiten beschossen am Montag weiter die nordsyrische Stadt Ain al-Arab (Kurdisch: Kobane), die bislang unter Kontrolle kurdischer Volksschutzeinheiten steht. Beim Einschlag von Granaten seien fünf Einwohner getötet oder verletzt worden, berichteten die Menschenrechtsbeobachter. Der IS versucht seit Tagen, die kurdische Enklave um Ain al-Arab an der Grenze zur Türkei einzunehmen. (dpa)

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