Politik : Islamisten drohen 100 schwedischen Firmen

André Anwar

Stockholm - Islamisten drohen hundert schwedischen Großunternehmen, darunter H&M und Volvo. Anlass sind Mohammed-Karikaturen des schwedischen Künstlers Lars Vilks. Dieser ist in Schweden bekannter für seine Provokationen als für seine Kunst. Dem Künstler scheint der Humor nicht vergangen zu sein. „Es ist schön, dass nun auch Al Qaida an meinem Kunstprojekt teilnimmt“, witzelte der schwedische Künstler und ehemalige Professor für Kunsttheorie nach der Morddrohung eines irakischen Al-Qaida-Führers tapfer. Der Iraker verspricht 100 000 Dollar für seinen Tod, noch mal 50 000 Dollar, wenn Vilks „wie ein Lamm abgeschlachtet“ werde. Ob man den Steuern auf dieses Kopfgeld entrichten müsse, fragte Vilks mit schwedischen Humor. Ganz so spaßig findet die schwedische Großindustrie die Sache nicht. Seit dem Al-Qaida-Kopfgeld droht sich die Situation zuzuspitzen. Hundert weltweit agierenden schwedischen Unternehmen, darunter H&M und Volvo, wird nun von islamistischen Untergrundorganisationen mit Terroraktionen und Boykotten gedroht. Im Internet werden bereits arabischen Karten mit Filialen schwedischer Unternehmen angeboten. Ähnliches passierte auch dänischen Unternehmen vor einem guten Jahr in der ersten Karikaturenkrise. Sie litten unter umfangreichen Kaufboykotts in der islamischen Welt.

Lars Vilks ist das egal. Er verdient sein Geld mit Kunst. Er beteuerte in den vergangenen Tagen immer wieder, dass er keine Angst vor Vergeltungsmaßnahmen durch verwirrte muslimische Jugendliche habe, welche die Aufrufe tatsächlich ernst nehmen könnten. André Anwar

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