Politik : Islamistisches Terrorkommando in Europa unterwegs Vor allem Großbritannien gefährdet

Zammar gesteht Anschlagsplan

Frank Jansen

Berlin. Die Gefahr islamistischer Terroraktionen in Europa nimmt offenbar weiter zu. Nach einem Bericht des „Focus“ ist ein vierköpfiges Kommando unterwegs, das Anschläge vorbereiten soll. Bei den verdächtigen Männern soll es sich um Algerier und Libyer im Alter zwischen 30 und 35 Jahren handeln. Nach Informationen des Tagesspiegels scheint vor allem Großbritannien gefährdet zu sein. Das Bundeskriminalamt habe Mitte Oktober über vier mutmaßliche Al-Qaida- Terroristen berichtet, die sich in Großbritannien aufhalten sollen, hieß es am Sonnabend in Sicherheitskreisen. Die Männer seien auch unter mehreren Alias-Namen bekannt. Das BKA habe den Bundesgrenzschutz gebeten, die Gruppe in den so genannten Grenzfahndungsbestand aufzunehmen. Eine direkte Gefahr für die Bundesrepublik bestehe jedoch nicht. Laut „Focus“ sollen die Männer Kontakt zu einer Al-Qaida-Zelle in Marokko unterhalten haben.

Unterdessen hat der in Syrien festgehaltene Deutschsyrer Mohammad Haydar Zammar gestanden, er habe 1998 einen Anschlag auf das US-Generalkonsulat in Hamburg ins Auge gefasst. Dies berichtet der „Spiegel“. Zammar habe aber seine Pläne wegen der hohen Sicherheitsvorkehrungen an der diplomatischen Vertretung aufgegeben. Zammar gilt als eine der Schlüsselfiguren des Terrorangriffs auf die USA am 11. September. Der Deutschsyrer soll die Gruppe um den Selbstmordpiloten Mohammed Atta an Al Qaida herangeführt haben. Ende 2001 setzte sich Zammar von Hamburg nach Marokko ab und wurde dort festgenommen. Die Marokkaner schoben Zammar nach Syrien ab, wo er Geständnisse ablegt – wahrscheinlich unter Folter.

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