Politik : Israel bleibt dabei: Arafat soll ausgewiesen werden

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Tel Aviv Israel strebt nach den Worten von Verteidigungsminister Schaul Mofas weiter die Verbannung des Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat an. „Israel wird den richtigen Zeitpunkt und den Weg für eine Ausweisung Arafats finden“, sagte Mofas am Montag in einem Interview mit dem israelischen Armeesender. Eine israelische Regierungsentscheidung zur Verbannung des Palästinenserführers sei immer noch gültig. Gleichzeitig verfolge man jedoch das Ziel einer einseitigen Abtrennung von Palästinensergebieten sowie die Stärkung pragmatischer Kräfte innerhalb der Autonomiebehörde mit dem Ziel eines künftigen Dialogs.

Der am Vortag begonnene Bau des südlichen Abschnitts der Sperranlage im Westjordanland solle bis Mitte kommenden Jahres abgeschlossen werden, sagte Mofas. Er solle außerhalb der jüdischen Siedlungen südlich von Hebron verlaufen. Damit würde sich die Route wie international gefordert der Grenzlinie vor 1967 annähern. Hinsichtlich des angekündigten Abzugs aus dem Gazastreifen sagte der Minister, israelische Truppen müssten möglicherweise im Grenzgebiet zu Ägypten bleiben. Vermutlich könne man nur so auf Dauer Waffenschmuggel unterbinden.

Zu dem blutigen Doppelanschlag in der südisraelischen Wüstenstadt Beerscheva vor knapp einer Woche sagte Mofas, Israel werde „überall gegen den Terror vorgehen – auch in Damaskus“. Der Verteidigungsminister hatte nach den Anschlägen mit 18 Toten gesagt, Syrien sei mitverantwortlich für die Taten.

Unterdessen versöhnte sich Arafat wieder mit dem UN-Nahostgesandten Terje Roed-Larsen. Die Palästinenserbehörde hatte den UN-Vertreter Mitte Juni wegen seiner scharfen Kritik an Arafat zur unerwünschten Person erklärt.dpa

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