Politik : Israel: Bombenanschlag auf Minibus

Bei der Detonation einer Autobombe im Norden Israels ist mindestens ein Mensch getötet worden. Neun weitere wurden nach Polizeiangaben am Donnerstag zum Teil schwer verletzt, als das Sammeltaxi nahe der Stadt Umm el Fahm explodierte. Die Polizei vermutete einen "Terrorakt". Der Wagen, der einem arabischen Israeli gehörte, sei nach ersten Ermittlungen mit Sprengstoff beladen gewesen. Bei der Explosion wurden sechs Passanten und drei Insassen des Taxis verletzt, zwei von ihnen schwer. Umm el Fahm ist eine der größten Ansiedlungen arabischer Israeli. Nach der Explosion suchte die Polizei in Tel Aviv nach weiteren versteckten Bomben. Einer der bei der Detonation verletzten Insassen eines Sammeltaxis habe gestanden, dass er weitere Sprengsätze deponiert habe, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag.

Wie der Militärrundfunk berichtete, ging die Sprengladung offenbar vorzeitig los. Das Großraumtaxi sei gestohlen worden und die Polizei habe den Wagen von Tel Aviv aus verfolgt, bis er explodierte. Ein Zeuge sagte, das Taxi sei in die Luft geflogen, als die Polizei es an einer Straßensperre bei Umm el Fahm kontrollierte. Andere Zeugen berichteten, die Polizei habe den Minibus verfolgt, weil sich einer der Insassen auffällig verhalten habe.

Erst am Mittwoch war in Jerusalem ein Bombenanschlag durch die Wachsamkeit von Passanten verhindert worden. Passanten hatten die Polizei alarmiert, nachdem sie in einem Mülleimer eine verdächtige Tasche bemerkt hatten. Darin befand sich eine Rohrbombe mit mehr als zwei Kilogramm Sprengstoff. Zuletzt war Anfang Februar eine Autobombe in Jerusalem explodiert. Dabei wurde zwei Tage nach der Wahl des rechtsgerichteten Politikers Ariel Scharon zum neuen Ministerpräsidenten ein Mensch verletzt. Am 14. Februar war ein palästinensischer Busfahrer nahe Tel Aviv in eine Gruppe von Soldaten und Zivilisten gerast und hatte acht Israeli getötet. Der israelische Generalstabschef Schaul Mofas hatte am Mittwoch von einer "Eskalation" der Gewalt seit der Wahl Scharons gesprochen.

Unterdessen ist Friedensnobelpreisträger Schimon Peres am Donnerstag von der Arbeitspartei für das Amt des Außenministers in der gemeinsamen Regierung mit dem rechtsgerichteten Likud-Block nominiert worden. Er hatte bei der parteiinternen Wahl keinen Gegenkandidaten. Über die weiteren Ämter muss am Freitag das 1600 Mitglieder zählende Zentralkomitee der Arbeitspartei entscheiden. Um den Posten des Verteidigungsministers bewerben sich gleich drei Politiker, Binjamin Ben-Eliezer, Matan Vilnai und Ephraim Sneh.

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