Israel : Die führenden Kandidaten

Vor den im März erwarteten Parlamentswahlen in Israel hat sich die politische Landschaft mit der Spaltung der regierenden Likud-Partei deutlich verschoben. Die gegenwärtig führenden Kandidaten im Überblick

Ariel Scharon

(77): Nach einer jahrzehntelangen Karriere mit Höhen und Tiefen hat Scharon die Spitze seiner Beliebtheit erreicht. Früher als Kriegsherr und rechtsorientierte Galionsfigur der Siedlerbewegung bekannt, hat er inzwischen sein Image als Staatsmann gefestigt und sich mit der Gründung seiner neuen Partei als Befürworter einer Friedenslösung mit den Palästinensern weiter in der Mitte des politischen Spektrums positioniert. Im Sommer boxte der als «Bulldozer» bekannte Ministerpräsident den umstrittenen Abzug aus dem Gazastreifen gegen heftigsten Widerstand auch aus seiner eigenen Partei durch.

Amir Peretz (53): Der Gewerkschaftsführer mit dem markanten schwarzen Schnauzbart steht mit seinen betont sozialdemokratischen Zielen zur Linken Scharons. Der in Marokko geborene Politiker hat seine politische Karriere als Bürgermeister der Stadt Sderot begonnen und den Parteivorsitz der Arbeitspartei überraschend dem alteingessenen Schimon Peres abgenommen. Noch deutlicher als Scharon steht er für eine rasche Lösung des Nahost-Konflikts und weitere Konzessionen an die Palästinenser.

Benjamin Netanjahu (56): Der nationalkonservative Likud- Abgeordnete gilt als «Stehaufmännchen» der israelischen Politik. Nach seiner demütigenden Wahlniederlage gegen Ehud Barak hatte Netanjahu sich 1999 zunächst in sein Privatleben zurückgezogen. Drei Jahre später machte der redegewandte Politiker sein Comeback als Außenminister, später wurde er Scharons Finanzminister. Im August trat er aus Protest gegen den israelischen Abzug aus dem Gazastreifen zurück. Der in den USA aufgewachsene Netanjahu steht für eine harte Linie gegenüber den Palästinensern, zu Konzessionen ist er nur sehr begrenzt bereit. (tso/dpa)

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