Politik : Israel droht mit Großoffensive im Gazastreifen

Charles A. Landsmann

Tel Aviv - Israel droht mit einer Großoffensive im Gazastreifen, falls es der Palästinenserbehörde nicht gelingt, den Beschuss israelischer Ortschaften und Siedlungen zu stoppen. Allein am Samstag schlugen zehn Kassam-Raketen im westlichen Negev ein. Am Sonntag wurden durch den Beschuss zwei Siedler verletzt.

Premier Ariel Scharon kündigte an, er habe den Sicherheitskräften im Hinblick auf den in einem Monat beginnenden Rückzug aus dem Gazastreifen keine Beschränkungen in ihrem Kampf gegen die Terroristen auferlegt. An die Palästinenser-Führung gerichtet hielt er fest: „Es ist klar, dass man keine politische Regelung erzielen kann,während der Terror an unseren Grenzen wütet“. Verteidigungsminister Schaul Mofas drohte mit einer Großoffensive im Gazastreifen und eventuell im Westjordanland, falls die Palästinenserbehörde nicht entschieden die Gewalt seitens der Extremisten bekämpfe. „Wir werden in den nächsten Stunden und Tagen die Situation prüfen und dann über weitere Schritte entscheiden“, so Mofaz. Seit Freitag sind an der Grenze zum Gazastreifen Truppen aufmarschiert; jedoch wurden noch keine darüber hinausgehenden Befehle erteilt. Diese Truppen sollen auch Infiltrationsversuche von Westbank-Siedlern und Nationalisten in den Gush Katif-Siedlungsblock verhindern.

Ein Scharfschütze tötete den militärischen Hamas-Kommandanten von Khan Younis. Israel macht Saeed Seyam für den Tod mindestens einer Siedlerin verantwortlich. Er ist der achte Hamas-Aktivist, der am Wochenende gezielt liquidiert wurde. Israel hatte am Freitag nach dem Selbstmordanschlag von Netanija, der inzwischen ein fünftes Todesopfer gefordert hat, die international verurteilte Tötungspolitik nach zehn Monaten wiederaufgenommen.

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