Politik : Israel fühlt mit dem Sohn des Rabbiners

Tel Aviv - Das Schicksal des kleinen Mosche hat ganz Israel erschüttert. Der Zweijährige ist wahrscheinlich noch zu klein, um all das Grauen um ihn herum zu verstehen. Der Zweijährige lag mit seiner Mutter Rivka (26) und seinem Vater Gavriel Holtzberg (29) im Bett, als das Zentrum der ultra-orthodoxen jüdischen Chabad Bewegung in Bombay gestürmt wurde. Wie durch ein Wunder wurde Mosche von seinem Kindermädchen gerettet. „Ich weiß nicht, wie ich so schnell reagiert habe, aber ich habe die Tür vor der Nase eines Terroristen zugeschlagen“, sagte das Kindermädchen der Zeitung „Jediot Achronot“. Sie rettete sich in die Vorratskammer des Gebäudes. Nach zwölf endlosen Stunden im Versteck hörte das Kindermädchen, wie der Junge nach ihr rief. „Ich beschloss, trotz der Schießerei nach oben zu gehen und ihn zu finden“, sagt sie. „Ich fand Mosche direkt neben seinen Eltern. Alles war voller Blut.“ Der New Yorker Rabbiner und seine israelische Frau waren von den Terroristen getötet worden. Das Kindermädchen rannte mit dem Jungen nach draußen. Zwei Tage später, am Freitag, feierte der kleine Mosche mit seinen aus Israel angereisten Großeltern den zweiten Geburtstag.

Die Terroristen müssen gewusst haben, dass ihnen im Gästehaus der ultra-orthodoxen Bewegung viele Geiseln in die Hände fallen. Chabad-Häuser sind für jüdische Reisende weltweit ein Refugium. Die israelische Außenministerin Zipi Livni sagte, das Chabad-Haus stehe in einer Nebenstraße und sei bewusst als Ziel ausgewählt worden. dpa

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