Israel : Identität der toten Soldaten bestätigt

Die Hoffnungen erwiesen sich als trügerisch. Die beiden von der radikal-islamischen Miliz Hisbollah entführten israelischen Soldaten Ehud Goldwasser und Eldad Regev sind nicht mehr am Leben. Ihre Identität wurde bestätigt. Die Familien der beiden Soldaten reagieren geschockt.

NakuraKnapp zwei Jahre nach Ende des Libanonkrieges hat die libanesische Hisbollah-Miliz am Mittwoch die Särge mit den sterblichen Überresten von zwei israelischen Soldaten übergeben. Die Entführung von Ehud Goldwasser und Eldad Regev vom 12. Juli 2006 hatte den Libanonkrieg ausgelöst.

Ein DNA-Test hat allerletzte Zweifel beseitigt. Nachdem israelische Spezialisten die Identität der beiden getöteten Soldaten Eldad Regev und Ehud Goldwasser bestätigt haben, hat Israel hat nun den libanesischen Top-Terroristen Samir Kuntar sowie vier weitere Hisbollah-Kämpfer freigelassen. Die fünf Männer wurden im Rahmen eines Häftlingsaustausches am Grenzübergang Rosch Hanikra an Vertreter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben. Das berichteten übereinstimmend israelische Medien.

Angehörige der Soldaten geschockt

Die Familien der zwei israelischen Soldaten haben mit großer Trauer auf die Nachricht von deren Tod reagiert. "Zwei lange Jahre der Sorge, des Leids und großen Schmerzes sind heute zu Ende gegangen", heißt es in einer Stellungnahme der Familien von Eldad Regev und Ehud Goldwasser. "Leider haben wir unsere Söhne als Leichen und nicht als Lebende zurückbekommen."

Die Angehörigen dankten dem von den Vereinten Nationen beauftragten deutschen Vermittler Gerhard Conrad. Die Angehörigen hätten sich mehrmals heimlich mit ihm getroffen, sagte ein Sprecher der Familien, Schmulik Elgrabli.

Roter Teppich für Terroristen

Für die fünf Libanesen, die aus israelischer Haft entlassen werden sollen, ist im Libanon ein Empfang mit einem roten Teppich vorbereitet. Sie sollen nach Betreten des libanesischen Bodens sofort Militäruniformen erhalten. Später soll ihnen ein triumphaler Empfang auf dem internationalen Flughafen von Beirut bereitet werden.

Der Vater des toten Soldaten Goldwasser äußerte sich entsetzt über die geplanten Freudenfeierlichkeiten im Libanon zur Rückkehr des Top-Terroristen Kuntar. "Ist der Mörder eines kleinen Mädchens Euer Held?", fragte Shlomo Goldwasser. Der 45 Jahre alte Kuntar war der am längsten einsitzende arabische Häftling in einem israelischen Gefängnis. Er ist für den Tod von fünf Menschen darunter ein Mädchen  verantwortlich.

Der Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hisbollah kam nach monatelangen schwierigen Verhandlungen letztlich mit deutscher Vermittlung zustande. Weil es keine direkten Kontakte zwischen Israel und der Hisbollah gibt, bot das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) seine Hilfe bei der Übergabe an. (ck/ae/dpa)

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