Israel : Krawalle in Akko drohen zu eskalieren

Im Norden Israels ist es erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen jüdischen und arabischen Israelis gekommen. Hunderte Polizisten patrouillieren nun durch die Straßen der nordisraelischen Küstenstadt Akko.

Akko
Ein jüdischer Randalierer wird von der Polizei in Gewahrsam genommen. -Foto: dpa

JerusalemBei neuen Krawallen in der nordisraelischen Stadt Akko haben jüdische Jugendliche in der Nacht zum Samstag zwei Wohnungen von Arabern in Brand gesetzt. Die Bewohner waren jedoch zuvor in Sicherheit gebracht worden. Drei Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt. Die Sicherheitskräfte nahmen zudem zwölf Randalierer fest. Zwei von ihnen waren Minderjährige und wurden wenig später freigelassen. Mindestens 700 Polizisten haben die Straßen der Küstenstadt am Samstag kontrolliert.

Die Krawalle waren am Freitagabend wieder aufgeflammt, nachdem Dutzende jüdische Jugendliche Steine auf Araber geworfen hatten. Die Araber warfen daraufhin ebenfalls Steine. Sicherheitskräfte blockierten stundenlang eine Zufahrt zur Stadt am Mittelmeer, um eine Ausweitung der Krawalle zu verhindern.

Von lauter Musik gestört

Die seit Jahren schwersten Zusammenstöße zwischen Jugendlichen beider Bevölkerungsgruppen waren am Mittwochabend nach Beginn des höchsten jüdischen Feiertages Jom Kippur ausgebrochen, als ein arabischer Autofahrer mit lauter Musik in ein Viertel fuhr, in dem vorwiegend Juden leben. Eine Gruppe jüdischer Jugendlicher beschimpften den Mann, bewarfen sein Auto mit Steinen und beschuldigten ihn, die Feierlichkeiten zu stören. Anschließend seien Gerüchte in den Moscheen verbreitet worden, dass der Autofahrer getötet worden sei. Aufgebrachte Araber beschädigten daraufhin ihrerseits zahlreiche Autos und Geschäfte. Die designierte israelische Ministerpräsidentin Zipi Livni hatte am Freitag bei einem Besuch in Akko zu Ruhe aufgerufen. Am Samstag blieben die Geschäfte in Akko geschlossen. Die mittelalterliche Stadt ist ein beliebtes Touristenziel. (sgo/dpa/AFP)

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