Politik : Israel mit Obamas Kandidaten fürs Pentagon unzufrieden

Jerusalem/Washington - Israels Parlamentspräsident Reuven Rivlin hat die Nominierung des Ex-Senators Chuck Hagel zum US-Verteidigungsminister kritisiert. „Hagels Nominierung wirkt sich nicht nur auf Israel aus, sondern auf das gesamte strategische Gleichgewicht in der Welt“, schrieb der Knesset-Chef am Dienstag in einer Mitteilung. Der Republikaner vertrete einen Ansatz der Zurückhaltung beim globalen Engagement der USA. Dies müsse in Israel „Beunruhigung“ hervorrufen. Zugleich zeigte er sich überzeugt, dass Hagels Nominierung keine Gefahr für die strategischen Beziehungen zwischen Israel und den USA berge. Eine Einzelperson könne nicht die Politik eines ganzen Landes bestimmen. Rivlin gehört der Likud-Partei von Regierungschef Benjamin Netanjahu an. Israels Heimatschutzminister Avi Dichter rief dazu auf, die Nominierung zurückhaltend zu beurteilen. In der Vergangenheit seien in den USA mehrmals Personalentscheidungen getroffen worden, die beunruhigend erschienen, aber am Ende habe die Realität ganz anders ausgesehen als erwartet.

Auch die Kritik an Hagel aus den Reihen der Republikaner hält an. Der einflussreiche Senator John McCain sagte, er habe „ernste Bedenken“ wegen politischer Positionen, die Hagel vertreten habe. Senator James Inhofe kündigte eine eingehende Befragung Hagels an. Dieser wies die Vorwürfe zurück. Es gebe nicht „einen Schnipsel an Beweisen, dass ich antiisraelisch bin“, sagte er. Kein einziges Mal habe er in einer Weise abgestimmt, die Israel geschadet habe. dpa/AFP

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