Israel : Obama will keinen Erstschlag gegen Iran

Es ist eine israelische Urangst, die historische Wurzeln hat: angegriffen, als Volk ausgelöscht zu werden. Im Notfall wollen Teile der Eliten den Erstschlag.

Tsp

Es ist eine israelische Urangst, die historische Wurzeln hat: angegriffen, als Volk ausgelöscht zu werden. Einem drohenden Atomangriff des Iran wollen Teile der politischen Elite Israels mit Luftschlägen auf iranische Atomanlagen zuvorkommen. Dass das ohne die Unterstützung der USA geht, ist schwer vorstellbar. Doch beim jüngsten Treffen des israelischen Premier Netanjahu mit US-Präsident Obama Anfang März in Washington musste der Gast erfahren, dass die USA nach wie vor auf Diplomatie statt auf die militärische Option setzen. Netanjahu nutzte deshalb nach dem Treffen einen Vortrag vor dem American Israel Public Affairs Committee, um den moralischen Druck zu erhöhen: Weder Diplomatie noch Sanktionen hätten gewirkt, sagte er. „Aber wir können es uns nicht leisten, noch länger zu warten.“ Und zitierte aus Briefen, in denen der Jüdische Weltkongress die US-Regierung 1944 anflehte, Auschwitz zu bombardieren und dem Holocaust Einhalt zu gebieten. Fünf Tage später kam die ablehnende Antwort. Für Netanjahu eine mahnende historische Parallele. Tsp

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