Israel : Olmert bemüht sich um Freilassung des entführten Soldaten

Seine Amtszeit geht dem Ende zu. Jetzt unternimmt der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert eine letzte Anstrengung zur Freilassung des entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit.

JerusalemIsraelische Medien berichteten am Sonntag, in Kairo sollten zwei Gesandte Olmerts (Kadima) bis zum Abend intensive Verhandlungen unter ägyptischer Vermittlung fortsetzen. Der Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes, Juval Diskin, sowie der Gesandte Ofer Dekel wollten sich in letzter Minute um eine Einigung auf einen Gefangenenaustausch mit der radikal-islamischen Hamas-Organisation bemühen, hieß es.

Am Montag ist eine Sondersitzung der israelischen Regierung angesetzt, bei der über eine mögliche Vereinbarung beraten werden soll. Schalit war im Juni 2006 von militanten Palästinensern unter Hamas-Kommando in den Gazastreifen entführt worden. Seine Eltern hatten vor einer Woche ein Protestzelt vor dem Haus Olmerts bezogen. Hamas verlangt die Freilassung hunderter palästinensischer Häftlinge im Rahmen eines Tauschhandels.

Freilassung als Teil einer Waffenruhe

Israel hat seinerseits eine Freilassung Schalits als Teil einer Waffenruhe mit den radikalen Palästinenserorganisationen im Gazastreifen gefordert. Vorher will Israel auch nicht die Grenzübergänge in das Palästinensergebiet für einen eingeschränkten Warenverkehr öffnen.

Der stellvertretende israelische Außenminister Magali Wahaba (Kadima) sagte nach Angaben des israelischen Rundfunks am Sonntag, Hamas werde mit der künftigen Regierung des rechtsorientierten Likud-Vorsitzenden Benjamin Netanjahu keine ähnliche Gelegenheit mehr haben. Olmerts Regierung sei für eine Freilassung Schalits "sehr weit gegangen".

Es wird damit gerechnet, dass Netanjahu in den kommenden Tagen eine Rechtsregierung bilden könnte. Nach israelischen Medienberichten haben sich Israel und Hamas bereits auf die freizulassenden Gefangenen geeinigt. Uneinigkeit herrsche nur noch angesichts Israels Forderung, dass einige Dutzend Häftlinge, die an der Planung oder Ausführung von Anschlägen beteiligt waren, nicht in die Palästinensergebiete zurückkehren, sondern in die Diaspora gehen sollen. Hamas lehne dies bislang ab. (mfa/dpa)

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