Politik : Israel: Palästinensischer Polizist von Israelis erschossen

Der Anschlag eines palästinensischen Busfahrers, der am Mittwoch südlich von Tel Aviv acht junge Israelis mit einem Linienbus tödlich verletzt hatte, war nach Aussagen des Täters geplant und keine Kurzschluss-Handlung. Chalil Abu Alba, der bei einer anschließenden Verfolgungsjagd schwer verletzt worden war und ein Bein verlor, sagte laut "Haaretz" bei einem ersten Verhör, er sei am Morgen vor der Tat mit der Absicht von Gaza nach Israel gefahren, den Anschlag auszuführen.

Wenige Stunden nach dem blutigsten Anschlag in Israel seit mehr als drei Jahren erschossen israelische Soldaten in der Nacht zum Donnerstag im Gazastreifen einen palästinensischen Polizisten. Nach Armeeangaben hatte sich der bewaffnete Mann in einem Treibhaus der jüdischen Siedlung Kfar Darom versteckt.

Angesichts der Eskalation der Gewalt haben die rechte Likud-Partei des künftigen Ministerpräsidenten Ariel Scharon und die Sozialdemokraten des amtierenden Regierungschefs Ehud Barak bei ihren Koalitionsverhandlungen am Mittwochabend eine Annäherung erreicht. Scharon und Barak wollen versuchen, die Grundlage für eine Koalitionsregierung zu schaffen.

Palästinenserpräsident Arafat machte Israel für die jüngste Gewalt verantwortlich. "Diese von der israelischen Regierung und Armee provozierte gefährliche Eskalation ist nicht nur gefährlich für den Frieden, sie ist auch eine Gefahr für die Stabilität im Nahen Osten." Er dankte US-Präsident Bush für seinen Aufruf zur Mäßigung: "Aber ich muss in Erinnerung rufen, dass wir weder abgereichertes Uran noch Giftgas, Raketen, Hubschrauber, Panzer oder gepanzerte Fahrzeuge einsetzen." Den Einsatz dieser Mittel werfen die Palästinenser Israel vor, die jedoch bestreiten, abgereichertes Uran oder Nervengas eingesetzt zu haben.

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