Israel : Ramadan beginnt am Tempelberg friedlich

Zu Beginn des Ramadan hat die israelische Polizei den Tempelberg abgesperrt. Palästinenser dürfen nur ab einem bestimmten Alter durch die Kontrollpunkte, Tumulte gab es nur vereinzelt.

Jerusalem
Schweres Durchkommen. Der Tempelberg und mehrere Grenzübergänge sind abgeriegelt. Zehntausende Palästinenser hoffen trotzdem,...Foto: AFP

JerusalemUnter massiven Sicherheitsvorkehrungen der israelischen Polizei haben zehntausende Gläubige am ersten Freitagsgebet des diesjährigen Ramadan in  Ostjerusalem teilgenommen. Nach Angaben der palästinensischen  Religionsbehörde Wakf versammelten sich etwa 50.000 Menschen auf  dem Tempelberg, darunter vor allem Palästinenser aus Jerusalem und  israelische Araber. Der Ramadan fällt in diesem Jahr mit dem jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschana zusammen, das seit Mittwoch  gefeiert wird.

Die Polizei teilte mit, der Zugang zum Tempelberg sei für Palästinenser beschränkt worden. Nur Männer über 45 Jahre und Frauen ab 35 Jahre würden zu den Heiligen Stätten durchgelassen. An den Kontrollpunkten entstanden daraufhin teilweise Tumulte. Augenzeugen berichteten, dass die Polizeikräfte vereinzelt Tränengas und Gummigeschosse einsetzten, um die Menschenmassen aufzulösen.

Israel will Gefangene freilassen

Nach lokalen Medienberichten sollen jedoch im weiteren Verlauf des Ramadan Palästinenser auch in der auf dem Tempelberg gelegenen Al-Aksa-Moschee beten dürfen. Auch sollen von Israel mehrere palästinensische Gefangene freigelassen werden. Dies sei ein Ergebnis des Treffens des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas mit dem israelischen Premierminister Ehud Olmert vom Montag.

Der Tempelberg liegt in der Altstadt in Ostjerusalem, das 1967 von Israel besetzt und annektiert wurde. Sowohl Israelis als auch Palästinenser beanspruchen die Souveränität über das Gelände, auf dem sich die Heiligen Stätten von drei großen Weltreligionen befinden. Neben dem Felsendom befindet sich dort auch die nach Mekka und Medina drittwichtigste Stätte des Islam, die Al-Aksa-Moschee. Die Juden verehren den Ort als Stätte eines biblischen Tempels, der im Jahre 70 nach Christus von den Römern zerstört wurde. (fsu mit AFP und dpa)

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