Politik : Israel: Schiff kommt nicht nach Gaza

Jerusalem - Die israelische Regierung hat nach eigenen Angaben eine libysche Hilfslieferung für den Gazastreifen auf diplomatischem Wege gestoppt. Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman habe in den vergangenen Tagen wiederholt mit den Außenministern Griechenlands und Moldaus über das libysche Schiff gesprochen, teilte das israelische Außenministerium am Samstag mit. Zuvor hatte Israel die Vereinten Nationen aufgerufen, eine libysche Lieferung für den Gazastreifen zu verhindern. Nun gehe das Ministerium davon aus, „dass der Frachter Gaza nicht erreichen wird“, hieß es in einer Erklärung. Nach israelischen Angaben erklärte sich der Kapitän bereit, das Schiff stattdessen in den ägyptischen Hafen El Arisch zu steuern.

Das griechische Außenministerium bestätigte Kontakte mit Israel in der Angelegenheit, wollte aber keine näheren Angaben machen. Das unter moldauischer Flagge fahrende Schiff „Amalthea“ wurde gegen Mittag in dem griechischen Hafen Lavrio 60 Kilometer südöstlich von Athen erwartet. Eine libysche Organisation hatte am Freitag den Hilfstransport angekündigt, der am Samstag von Griechenland aus in Richtung Gazastreifen in See stechen sollte. Die Organisation wird von Seif el Islam Gaddafi geführt, dem Sohn des libyschen Machthabers Muammar el Gaddafi.

Israelische Spezialkräfte hatten Ende Mai in internationalen Gewässern eine Hilfsflotte für die Menschen im abgeriegelten Gazastreifen aufgebracht, dabei waren neun türkische Staatsbürger ums Leben gekommen. Der Angriff war international scharf verurteilt worden. Israel befürchtet als Hilfen getarnte Waffenlieferungen an radikale Palästinenser, die das Land vom Gazastreifen aus regelmäßig mit Raketen beschießen. AFP

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