Politik : Israel setzt Sperrzone im Gazastreifen durch

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Tel Aviv - Israels Armee hat unmittelbar nach Ablauf einer Frist zur Einrichtung einer Pufferzone im Gazastreifen damit begonnen, die Anordnung durchzusetzen. Panzer bezogen Stellung an der Grenze, und die Artillerie beschoss Ziele in der neu definierten Sicherheitszone. Mit der „Operation Blauer Himmel“ will Israel palästinensische Raketenangriffe aus dem Gazastreifen stoppen. Israel hatte palästinensische Sicherheitskräfte gewarnt, wer nach 18 Uhr die etwa vier Kilometer tiefe „Sicherheitszone“ im nördlichen Gazastreifen betrete, setzte sein Leben aufs Spiel. In der Nacht hatte die Luftwaffe Flugblätter abgeworfen und zum Verlassen des Gebiets aufgerufen. Ein Armeesprecher betonte, palästinensische Ortschaften seien von der „Sicherheitszone“ nicht betroffen.

Seit Israels Gaza-Abzug im September haben Extremisten offenbar mehr als 200 Kleinraketen auf israelisches Grenzgebiet geschossen. Die Armee plant nun bei neuen Angriffen die „Sicherheitszone“ von der Grenze aus zu beschießen und aus der Luft anzugreifen. Am frühen Morgen hatten Kampfflugzeuge bereits ein Ausbildungscamp für militante Palästinenser in Libanon angegriffen. Dies geschah nur wenige Stunden nachdem von Südlibanon aus Katjuscha-Raketen auf Nordisrael abgefeuert worden waren.

Im Gazastreifen entführten Palästinenser drei Briten. Es handelt sich nach Polizeiangaben um eine Frau, die für die Menschenrechtsorganisation Al-Misan arbeitet, und ihre Eltern. Es bekannte sich die Gruppe „Schwarze Panther“, die Verbindung zur regierenden Fatah haben soll. Zuletzt hatte es im Gazastreifen mehrere Entführungen gegeben, die alle glücklich endeten.

Die regierende Fatah hat eine interne Spaltung überwunden und eine gemeinsame Kandidatenliste für die Wahlen am 25. Januar eingereicht. Damit wurde ein wochenlanger Streit beigelegt. Fatah tritt mit dem in Israel inhaftierten Palästinenserführer Marwan Barguti an der Spitze an. Barguti hatte kürzlich die Gründung einer neuen Wahlliste bekannt gegeben. Der frühere Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet, Avi Dichter, schloss sich am Mittwoch offiziell der neuen Partei von Premier Ariel Scharon an. Scharon hatte die Partei im November nach seinem Austritt aus dem Likud gegründet, den er wegen des Streits über den Gaza-Abzug verlassen hatte. dpa

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