Israel : Sicherheitsmaßnahmen nach Gewalt von jüdischen Siedlern verschärft

Die UN fürchtet eine erneute Eskalation im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. Nachdem ein von jüdischen Siedlern besetztes Haus in Hebron geräumt wurde, riegelte Israel das südliche Westjordanland ab und beschränkte für Palästinenser den Zugang zum Tempelberg.

Jerusalem - Foto: AFP
Schweres Durchkommen. Der Tempelberg ist nahezu abgeriegelt.Foto: AFP

JerusalemDas südliche Westjordanland wurde zu einer geschlossenen militärischen Zone erklärt, um Israelis davon abzuhalten, nach Hebron zu gelangen. Dutzende junge Palästinenser verbrannten Autoreifen und warfen Steine auf israelische Militärstützpunkte in Hebron. Soldaten feuerten Tränengaspatronen. Im Gazastreifen demonstrierten 2000 Menschen gegen jüdische Siedler.

Sorge um weitere Eskalation

Die Behörden beschränkten den Zugang zum Tempelberg in Jerusalem für Palästinenser. Nur Muslimen über 45 Jahren mit israelischem Pass sei der Zugang zu den muslimischen Heiligtümern in der Jerusalemer Altstadt erlaubt, hieß es aus Polizeikreisen. Der UN-Gesandte für den Nahen Osten, Robert Serry, äußerte in einer Mitteilung die Besorgnis, dass eine weitere Eskalation der Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern bevorstehen könnte. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas forderte eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates.

Nach der Räumung eines von jüdischen Siedlern besetzten Hauses in Hebron hatte es am Donnerstag Proteste und Ausschreitungen gegeben. Ultranationalistische Siedler griffen Palästinenser an, zerstörten Olivenhaine und zündeten Autos sowie zwei Häuser an. Drei Palästinenser wurden durch Schüsse verletzt.

Fast 40 Verletzte in den vergangenen Tagen

Auf einem Video der israelischen Menschenrechtsgruppe B'Tselem ist unter anderem zu sehen, wie ein Siedler zwei Palästinenser anschießt. Das Video werde den Ermittlern der Polizei übergeben, teilte die Organisation mit. Sie forderte eine Untersuchung der Vorfälle.

Bereits in den vergangenen Tagen waren bei Ausschreitungen der israelischen Siedler in Hebron mindestens 20 Palästinenser und 18 Israelis verletzt worden. Die israelische Armee hatte den Siedlern daraufhin den Zugang zu den palästinensischen Stadtvierteln untersagt. Der Oberste Gerichtshof Israels hatte die Räumung eines vierstöckigen Gebäudes im November angeordnet. (sba/AFP)

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