Politik : Israel sieht wegen Dubai-Mord keine Krise mit Deutschland

Jerusalem/Warschau - Israel erwartet ungeachtet des deutschen Auslieferungsantrags für einen mutmaßlichen Agenten des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad keine Krise in den Beziehungen zu Deutschland. Der israelische Tourismusminister Stas Miseschnikow sagte nach Angaben der israelischen Nachrichtenseite „ynet“ am Sonntag ferner: „Es muss erst einmal bewiesen werden, was diesem israelischen Staatsbürger vorgeworfen wird.“ Israel müsse in der Angelegenheit auch die „große Freundschaft mit Polen“ nutzen.

Zugleich betonte er jedoch, Israel habe ein funktionierendes Rechtssystem und sei selbst in der Lage, die Vorwürfe gegen den Mann zu prüfen: „Ich darf daran erinnern, dass Polen nicht Teil Deutschlands ist und deshalb in völliger Unabhängigkeit entscheidet“, sagte der Politiker der ultra-nationalistischen Partei Unser Haus Israel. Zwei israelische Minister forderten die direkte Repatriierung des mutmaßlichen Mossad-Agenten. „Israel muss sich einer Auslieferung eines Staatsbürgers in ein Drittland widersetzen und mit allen Mitteln dafür sorgen, dass er in seine Heimat zurückkehrt“, sagte Verkehrsminister Israel Katz, ein enger Vertrauter von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, vor Beginn der Kabinettssitzung.

Israelische Medien berichteten am Sonntag in großer Aufmachung über die Festnahme des Israelis namens Uri Brodsky in Warschau. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hatte die Festnahme des mutmaßlichen Mossad-Agenten am Samstag bestätigt. Laut „Spiegel“ steht er im Verdacht, von Deutschland aus Vorbereitungen für ein Attentat auf den Hamas-Führer Mahmud al-Mabhuh in Dubai im Januar getroffen zu haben. Insgesamt sollen an der Tat mehr als 20 Agenten des Mossad beteiligt gewesen sein, die ausländische Pässe benutzten. Es ist das erste Mal, dass einer der international gesuchten Verdächtigen festgenommen wurde. dpa/AFP

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