Israel : Soldaten töten drei Palästinenser

Bei einem Militäreinsatz in Dschenin im nördlichen Westjordanland haben israelische Soldaten drei Palästinenser getötet.

Ramallah/Brüssel - Eine Eliteeinheit habe in Dschenin drei Mitglieder der radikalen Gruppe Islamischer Dschihad erschossen, verlautete aus palästinensischen Krankenhauskreisen. Bei einem der Getöteten handele es sich um den Anführer des "militärischen" Flügels der Gruppe im Westjordanland, den 26-jährigen Aschraf Saadi. Israelische Truppen rückten unterdessen ein zweites Mal in die benachbarte Stadt Nablus vor.

Ein israelischer Militärsprecher teilte mit, man habe den seit längerem gesuchten Saadi festnehmen wollen. Der Islamische Dschihad hatte vergangene Woche versucht, einen Selbstmordanschlag in Tel Aviv zu verüben. Saadi habe die Soldaten jedoch bemerkt und das Feuer eröffnet. Während des nachfolgenden Feuergefechts seien er und zwei weitere Dschihad-Mitglieder getötet worden.

EU erhöht Hilfen für palästinensische Flüchtlinge

Knapp 24 Stunden nach ihrem Abzug rückten unterdessen israelische Truppen wieder in die Stadt Nablus ein. Augenzeugen berichteten, dass am frühen Morgen rund 100 Militärfahrzeuge in die Stadt fuhren. Israelische Soldaten hätten gleich darauf mit Hausdurchsuchungen in der Altstadt begonnen. Eine Armeesprecherin teilte mit, der Einsatz in der Stadt gehe weiter. Israelische Soldaten waren bereits am Sonntag in Nablus eingerückt und auch mit Hausdurchsuchungen vorgegangen. Am Montag war dabei ein Palästinenser getötet worden.

Die Europäische Union wird von 2007 bis 2010 das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge mit 264 Millionen Euro unterstützen. Das sind sieben Prozent mehr als im vorherigen Vierjahreszeitraum, teilte die EU-Kommission mit. In einer Erklärung von EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner heißt es, die palästinensischen Flüchtlinge seien von der derzeitigen sozialen und wirtschaftlichen Krise am stärksten betroffen. Deswegen sei das UN-Hilfswerk wichtiger denn je. Die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten finanzieren insgesamt rund 58 Prozent des UNRWA-Haushalts. (tso/dpa)

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