Politik : Israel spricht von Fortschritten mit Palästinensern - Hamas illegal in Jordanien

Jordanien hat die Büros der antiisraelischen Hamas-Bewegung geschlossen und Haftbefehle gegen ihre führenden Funktionäre ausgestellt. Zwölf Hamas-Mitglieder wurden bei Razzien am Montag in Amman festgenommen. Ihnen wird nach Angaben aus Justizkreisen vom Dienstag die Mitgliedschaft in einer illegalen Organisation vorgeworfen. Die islamische Bewegung hatte keine offizielle Genehmigung für ihre Aktivitäten in Jordanien, wurde bisher aber stillschweigend geduldet. Zwei Tage vor dem Beginn einer neuen Vermittlungsmission von US-Außenministerin Madeleine Albright im Nahen Osten sprach Israel am Dienstag von bedeutenden Fortschritten bei den Verhandlungen mit Palästinensern über die Umsetzung des Wye-Abkommens.

Im Norden Israels, nur wenige Kilometer vom Westjordanland entfernt, wurde indes ein junges israelisches Paar ermordet aufgefunden. Die Polizei äußerte am Dienstag die Vermutung, dass es sich um die Tat von extremistischen Palästinensern handeln könnte. Ein Bekennerschreiben oder ähnliche Hinweise auf die Täter gab es zunächst aber nicht.

Bei den Verhandlungen über die Umsetzung des Wye-Abkommens haben Israelis und Palästinenser nach israelischen Angaben "Fortschritte in allen Bereichen" zu verzeichnen. Bei den Verhandlungen einigten sich die beiden Chefunterhändler Israels und Palästinas, Gilead Scher und Sajeb Erakat, dass die zweite Phase des israelischen Truppenrückzugs aus weiteren sieben Prozent des Westjordanlands Anfang September beginnen soll. Umstritten blieb jedoch der Zeitplan für die dritte Phase des Abzugs und die Frage der Häftlingsfreilassung.

Der Sender meldete hingegen, beide Seiten hätten sich auf die Freilassung von zunächst 250 palästinensischen Häftlingen geeinigt. Laut Wye-Vertrag vom vergangenen Oktober muss Israel schrittweise 750 palästinensische Häftlinge freilassen. Der ehemalige israelische Regierungschef Netanjahu ließ 250 Häftlinge frei, davon allerdings der Großteil gewöhnliche Kriminelle. Die Palästinenser forderten bislang die Freilassung von 650 aus politischen Gründen inhaftierten Palästinensern. Israel weigerte sich jedoch bislang, Häftlinge "mit Blut an den Händen" freizulassen.

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