• Israel und Mauretanien normalisieren Beziehungen - US-Außenministerin Albright lobt "mutigen" Schritt des moslemischen Landes

Politik : Israel und Mauretanien normalisieren Beziehungen - US-Außenministerin Albright lobt "mutigen" Schritt des moslemischen Landes

Israels Außenminister David Levy hat das Interesse seines Landes an Friedensgesprächen mit Syrien und Libanon unterstrichen. "Wir sehen Gesprächen mit Syrien und Libanon entgegen", sagte Levy am Donnerstag in Washington anlässlich einer Zeremonie zur Aufnahme voller diplomatischer Beziehungen mit dem moslemischen Land Mauretanien. "Dies ist eine Ära des Friedens, ein Moment, den wir nicht verpassen dürfen." Mauretaniens Außenminister Sid Ahmed forderte während der Feierstunde einen "umfassenden, gerechten und dauerhaften Frieden, der die Rechte des palästinensischen Volkes voll garantiert und allen besetzten Gebieten die Freiheit gibt."

US-Außenministerin Albright würdigte den "mutigen" Schritt Mauretaniens, das der Arabischen Liga angehört und bisher nur auf niedrigster Ebene mit Israel Kontakt hatte. Er werde der mauretanischen Bevölkerung "echte Vorteile" bringen. Die USA würden die Entscheidung "zu würdigen wissen", sagte die Außenministerin ohne Nennung von Einzelheiten. Mauretanien ist nach Ägypten und Jordanien der dritte arabische Staat mit vollen diplomatischen Beziehungen zu Israel.

Vor der Zeremonie im US-Außenministerium, bei der die Normalisisierung der Beziehungen besiegelt wurde, hatte Albright sich mit Levy getroffen. Dabei ging es um die Vorbereitung der Dreier-Konferenz mit US-Präsident Clinton, dem israelischen Ministerpräsidenten Barak und dem Palästinenserpräsidenten Arafat Anfang November in Oslo. In der norwegischen Hauptstadt sollen die Verhandlungen über einen endgültigen Status der Palästinensergebiete neuen Schwung bekommen.

Ein libanesisches Militärgericht hat inzwischen den Vorsitzenden der Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Arafat im Libanon zum Tode verurteilt. Fatah-Chef Sultan Abul Ajanan sei wegen "bewaffneter Rebellion" gegen den Staat in Abwesenheit verurteilt worden", verlautete aus Gerichtskreisen in Beirut. Er erhielt zudem eine einjährige Gefängnisstrafe für Waffenhandel. Sollte er sich stellen, könnte das Urteil annulliert und der Prozess neu aufgerollt werden, hieß es weiter.

Ajanan, seit 1993 Vorsitzender der Fatah im Libanon, sagte der Nachrichtenagentur AFP am Telefon, er sei vollkommen überrascht, dass er zur Verkündung des Urteils nicht vorgeladen worden sei. Sein Anwalt sei von dem Urteil ebenso überrascht gewesen.

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