Politik : Israel: Wird Katz doch nicht Botschafter in Berlin?

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Yossi Katz kommt möglicherweise doch nicht als israelischer Botschafter nach Berlin. Ob Katz tatsächlich seine Kandidatur aufrecht erhält, hängt von einer Unterredung mit Ministerpräsident Ehud Barak ab, die in der kommenden Woche stattfinden wird. Wie es hieß, werde Katz dem Wunsch Baralks entsprechen.

Nach dem Rücktritt von Außenminister David Levy hatte Katz Barak um ein Gespräch gebeten, in dem die komplizierten Mehrheitsverhältnisse in der Knesset angesprochen werden sollten. Das sagte Katz dem Tagesspiegel. Wegen der Listengemeinschaft zwischen Levys Partei Gescher und der Arbeiterpartei Baraks bei der Wahl 1999 würde beim Ausscheiden von Katz aus dem Parlament automatisch ein Gescher-Mitglied auf den Abgeordnetensitz nachrücken.

Am Donnerstag abend kamen Katz und Barak im Rahmen einer Aussprache der Arbeitspartei-Fraktion zusammen. Dabei sollte ein exakter Termin für die entscheidende Aussprache unter vier Augen in der nächsten Woche festgelegt werden.

Katz sagte dem Tagesspiegel: "Ich bin nach wie vor ein engagierter und begeisterter Anhänger des Friedensprozesses und deshalb entschlossen - im Gegensatz zu einigen meiner Koalitionskollegen - Barak jede Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen. Deshalb ist es meine öffentliche Pflicht, trotz des starken Wunsches, Botschafter in Deutschland zu werden, mich mit Barak über meine Kandidatur zu beraten". Laut der Tageszeitung "Haaretz" sollen Vertreter Baraks Katz bereits gebeten haben, auf den Botschafterposten zu verzichten. Katz wiederum erklärte, die Initiative gehe von ihm aus. Auf die Frage, ob ihm das Amt eines Vizeministers angeboten worden sei, bestätigte er Gespräche darüber, dementierte aber jede konkrete Offerte. Tatsächlich wird erwartet, dass schon ab nächster Woche mehrere Vizeminister ernannt werden.

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