Politik : Israel: Zwei Jugendliche im Westjordanland zu Tode gequält

Zwei Tage nach dem Tod eines vier Monate alten Palästinenserbabys durch israelische Granaten sind im Westjordanland zwei jüdische Siedlerkinder ermordet aufgefunden worden. Ein anonymer Anrufer bekannte sich im Namen der bislang unbekannten Organisation "Hisbollah Palästina" zur Tötung der beiden 14-jährigen Jungen, deren Leichen am Mittwoch in einer Höhle entdeckt wurden. Die beiden Siedlerjungen wurden nach Armeeangaben gesteinigt und erstochen. Israels Regierungschef Ariel Scharon verurteilte die Tat als "neue Eskalation der Gewalt der Palästinenser gegen die Zivilbevölkerung". Die israelische Armee drang bei Beit Hanun erneut zweimal auf Palästinensergebiet vor und walzte eine Polizeiwache nieder. Bei dem Angriff wurden eine 22-jährige Palästinenserin und ihr drei Monate altes Baby verletzt.

Die USA zeigten sich "empört" über den "heimtückischen Mord". Eines der beiden Opfer sei amerikanischer Staatsbürger gewesen, erklärte US-Botschafter Martin Indyk. Es sei unerträglich, dass im Nahost-Konflikt so oft Kinder zu Opfern würden: "Es ist Zeit, der Gewalt ein Ende zu setzen." Auch der palästinensische Unterhändler Sajeb Erakat verurteilte den Mord. Die Autonomiebehörde akzeptiere keine "Morde an Kindern und Zivilisten, egal, ob sie Israeli oder Palästinenser sind", betonte er.

Im Zusammenhang mit dem Doppelmord wurden nach Angaben der palästinensischen Sicherheitskräfte 18 tatverdächtige Palästinenser festgenommen. Aufgebrachte Siedler bewarfen palästinensische Autofahrer mit Steinen. Israelische Soldaten machten westlich von Beit Hanun mit Planierraupen palästinensische Stellungen dem Erdboden gleich, sagte ein Sprecher der palästinensischen Sicherheitskräfte. Dabei sei eine 22-jährige Frau lebensgefährlich verletzt worden, ihre drei Monate alte Tochter wurde ins Krankenhaus gebracht.

0 Kommentare

Neuester Kommentar