• Israelis und Palästinenser müssten Probleme allein lösen, meint US-Vermittler Dennis Ross

Politik : Israelis und Palästinenser müssten Probleme allein lösen, meint US-Vermittler Dennis Ross

US-Nahostvermittler Dennis Ross will im Streit zwischen Israelis und Palästinensern um den israelischen Teilabzug aus weiteren Teilen des Westjordanlandes offenbar keine Stellung beziehen. Am besten sei es, wenn die Partner ihre Probleme alleine lösten, sagte Ross am Dienstag in Jerusalem nach einem Gespräch mit dem israelischen Außenminister David Levy und Chefunterhändler Oded Eran. Der Truppenabzug sei "eine Verantwortung, der Israel nachzukommen hat", sagte Ross dem israelischen Rundfunk. Es habe bei der Umsetzung von Abkommen in der Vergangenheit Probleme gegeben, aber "wir haben sie schließlich gelöst". Der US-Gesandte war am Vorabend im Nahen Osten eingetroffen. Ziel seiner Nahost-Reise sei es, sich über den Stand der Verhandlungen für eine dauerhafte Friedensregelung zu informieren. Vor seiner Begegnung mit Palästinenser-Präsident Arafat hatte sich der US-Gesandte mit dem israelischen Prmier Barak getroffen. Mit beiden Politikern habe er "sehr gute Gespräche" geführt.

Im Rahmen des ausstehenden Truppenabzugs wollen die Palästinenser an der Entscheidung beteiligt werden, welche Gebiete ihnen übergeben werden. Israels Außenminister Levy sagte dagegen am Dienstag, die Entscheidung des israelischen Kabinetts sei maßgebend.

Israel hat für den neuen Truppenrückzug ein kaum bewohntes Wüstengebiet ausgewählt, in dem ein Naturpark entstehen soll. Die Palästinenser würden lieber ein dicht besiedeltes Gebiet übernehmen. Nach Ansicht des israelischen Ministerpräsidenten Barak muss Israel die Frage nicht mit den Palästinensern diskutieren, sondern kann die zu übergebenden Gebiete alleine bestimmen. Eigentlich hätte Israel seine Truppen laut Vertrag von Scharm el Scheich bereits am Montag aus zwei Prozent des Westjordanlandes abziehen und in drei weiteren Prozent die Zivilverwaltung an die Palästinenser abtreten müssen. Das israelische Kabinett hatte dafür in der vergangenen Woche die von der israelischen Armee ausgearbeiteten Landkarten gebilligt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar