• Israels neuer Präsident: Der ewige Zweite: Noch nie war er einem Wahlsieg so nahe wie diesmal - Schimon Peres hat trotzdem verloren

Politik : Israels neuer Präsident: Der ewige Zweite: Noch nie war er einem Wahlsieg so nahe wie diesmal - Schimon Peres hat trotzdem verloren

Mit der Wahl zum israelischen Präsidenten hatte Schimon Peres gehofft, das Image des "ewigen Zweiten" endlich loszuwerden. Seine Laufbahn als Politiker wollte er mit dem höchsten Amt im Staat krönen, und tatsächlich galt er noch wenige Tage vor dem Urnengang am Montag als haushoher Favorit. Vor dem Scheitern des israelisch-palästinensischen Gipfeltreffens in Camp David wünschten sich zwei von drei Israelis Peres als Staatsoberhaupt. Doch die Besonderheiten der israelischen Politik machten ihm schließlich einen Strich durch die Rechnung.

Peres war für die Arbeitspartei Verteidigungsminister und Außenminister, Finanzminister und Ministerpräsident. Für seine Friedensbemühungen erhielt er 1994 den Nobelpreis.

Ungeachtet seiner Erfolge war er in der eigenen Partei lange Zeit unbeliebt, viele wollten ihm eine Reihe von Wahlniederlagen nicht verzeihen. Das wurde ihm auch nun zum Verhängnis.

Der 1923 im polnischen Wischnewa geborene Peres kam 1934 nach Palästina. Zunächst engagierte er sich in sozialistischen Bewegungen. Dabei wurde Ben Gurion auf ihn aufmerksam. Der erste israelische Regierungschef förderte Peres und schickte ihn zum Studium an die renommierte Harvard-Universität in die USA. Mit 29 Jahren war Peres bereits Generaldirektor im Verteidigungsministerium. 1959 wurde er erstmals ins Parlament gewählt. Von 1969 bis 1977 bekleidete Peres mehrere Ministerämter und galt als Vertreter einer harten Linie gegenüber den Palästinensern. Einmal gelang es ihm, in der Jerusalemer "großen Koalition" von 1984 bis 1986 turnusmäßig Regierungschef zu werden. Doch dann gab er das Amt wieder an den Likud-Block ab. 1992 musste er die Parteiführung an Jitzhak Rabin abtreten, der die Arbeitspartei im selben Jahr wieder zurück an die Macht führte.

Nach der x-ten Wahlschlappe seiner Karriere bleibt Peres nur ein Trost: Aus Umfragen geht hervor, dass er in einer Direktwahl doppelt so viele Stimmen wie sein Konkurrent bekommen hätte.

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