• Ist Lafontaine als Kandidat an der Saar aus dem Rennen? „Entscheidung für Maas gefallen“ – doch die Landes-SPD dementiert

Politik : Ist Lafontaine als Kandidat an der Saar aus dem Rennen? „Entscheidung für Maas gefallen“ – doch die Landes-SPD dementiert

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(dpa/afk). Oskar Lafontaine wird nach MagazinBerichten nicht als SPD-Spitzenkandidat bei der saarländischen Landtagswahl 2004 antreten. Mehrere Politiker der Saar-SPD sagten dem Nachrichtenmagazin „Focus“, die Entscheidung sei zu Gunsten von SPD-Landeschef Heiko Maas gefallen. Laut „Spiegel“ sind sich führende SPD-Politiker in Berlin sicher, dass der frühere Parteichef und Bundesfinanzminister Lafontaine nicht gegen Ministerpräsident Peter Müller (CDU) antreten wird. Ein Sprecher der Landespartei dementierte, dass darüber bereits entschieden sei.

Der „Focus“ zitiert dagegen den SPD-Landtagsabgeordneten Roland Henz mit den Worten: „Das Pendel hat in Richtung Maas ausgeschlagen. Das ist auch eine Entscheidung für die Jugend.“ Auch der saarländische SPD-Europaabgeordnete Jo Leinen erklärte, die Jugend habe sich durchgesetzt. Ein Dauerkonflikt mit der Bundes-SPD sei abgewendet worden. „Ich hoffe, dass das Lafontaine-Lager nicht nachtragend sein wird“, sagte Leinen. „Der Spiegel“ berichtete, es habe sich nach mehreren Gesprächen der SPD-Führung mit Maas herausgestellt, dass der 37-Jährige selbst antreten wolle. Die Bundesspitze sei erleichtert, dass dadurch eine Rückkehr Lafontaines auf die politische Bühne abgewendet werden könne. Lafontaine und die SPD-Führung sind seit 1999 zerstritten.

Zu Forderungen aus der SPD, Schröder solle sich mit Lafontaine aussöhnen, sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsidentin Heide Simonis dem Tagesspiegel, Lafontaine habe seinerzeit eindeutig und unmissverständlich klargestellt, dass für ihn als Politiker Schluss sei. „Aber Lafontaine ist ja ein erwachsener Mann. Er kann zu Schröder gehen, aber er sollte seine ganzen Zeitungsartikel mitnehmen und ihm die erklären.“

Der Sprecher der Saar-SPD, Thorsten Bischoff, sagte, Maas und Lafontaine planten eine einvernehmliche Regelung. Auf jeden Fall werde Lafontaine im Landtagswahlkampf als Redner auftreten. „Wir überlegen uns nicht, wie wir Kanzler Gerhard Schröder am besten ärgern oder bei ihm lieb Kind machen wollen, sondern uns geht es darum, wie wir zur Wahl am besten antreten.“

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